(Victory Records) Zugegebenermaßen bin ich kein großer Fan von EMMURE, aber eines muss man den Jungs aus Connecticut lassen – Sie sind eine unverwechselbare Größe im Genre. Gerade neulich las ich die Review einer Metalcore-Kombo bei den Kollegen vom Metal Hammer und der Redakteur dort bezeichnete den Sound als EMMURE-lastig. Wenn es erst einmal soweit ist, dass man zum Vergleich herangezogen wird, so kann man eigentlich nur zur Elite zählen. Ebenso sollte die Tatsache nicht unbeachtet sein, dass sich bei Konzerten oder Festivals stets ebenfalls namhafte Kollegen das Vorprogramm teilen und somit quasi den Anheizer für die Amis mimen. Im Jahre 2003 begann das Spielchen mit dem fetten Sound und nach bereits fünf Alben und einer EP kommt nun mit "Eternal Enemies" der nächste Streich ins Haus. Gefährlich wird es gleich zu Beginn mit 'Bring A Gun To School'. Durch Gitarren gemimtes Sirenengehäul und Funksprüche bilden das Fundament dieses turbulenten, mit ersten Songfragmenten gespickten Intros, bevor mit 'Nemesis' die Axt so richtig ausm Schrank geholt wird. Es keift, es pumpt und es drückt. Alle typischen Merkmale von EMMURE werden inklusive des typischen Sprechgesangs gleich mit voller Breitseite kredenzt, denn hier hat man nicht vor, irgend ein Understatement zu betreiben, sondern ihren Fans gewohnte Härte zu servieren. Auch 'N.I.A. (News In Arizona)' macht hier nichts falsch, auch wenn sich das Tempo hier in Grenzen hält. Auch der Grunz macht verständlicher Artikulation ein wenig mehr Platz als sonst. Wobei das Ganze auch dieses Mal nichts mit Klargesang zu tun hat und Frontmann Frankie Palmeri es eher gesprochen als gesungen mag. Kleine Dialoge zu Beginn von 'The Hang Up' und dazu Gitarren, die wohl ein indirekter Tribut an Korn sein sollen oder könnten. Klingt aber ganz ordentlich, dazu gibt es einen ordentlich tanzbaren Rhythmus und viel Geschimpfe. Ein schickes Drum-Spiel gibt es zu 'A Gift A Curse'. Der Posten hinter der so genannten Schießbude ist von jeher bei EMMURE der Schleudersitz. Seit Gründung befindet sich Drummer Nummer drei Mark Castillo an den Stöcken. Guter Mann. Emmure_EricRichter_1Jeder Song auf "Eternal Enemies" startet anders und auch 'E' hat nicht nur den kürzesten Songnamen, sondern besticht auch durch Abwechslungsreichtum und enthält sogar einige Scratches, die gepaart mit den Gitarren echtes Slipknot-Feeling aufkommen lassen. Und auch 'Like Lamotta' klingt hier und da nach den Maskenmännern aus Iowa, hält aber weniger Überraschungen bereit, als der vorherige Hassklumpen. Kurz und knackig gehts mit 'Free Publicity’ weiter, denn mit etwas mehr als zwei Minuten Spielzeit ist der Reigen schnell vorbei. 'Most Hated' ist etwas länger und bedient sich der Hilfe von einem alternativen Gitarrensound im Background. Klang zuerst nach Piano und erst nach kurzer Alleinunterhaltung hat man's erkannt. Auch 'Grave Markings' bräuchte keine anderen Elemente und könnte sich am klassischen EMMURE-Sound orientieren, aber auch hier bringen stimmige Elemente Atmosphäre in die Sache. Ungewöhnlich, aber ziemlich cool und ein Highlight des Albums. Synthies braucht man, wenn man sich einem orientalischen Begriff wie 'Hitomi’s Shinobi' widmet. Der Rest ist Programm und mutet durch weitere „Störgeräusche“ ungewöhnlich an. 'Rat King' bringt uns nach diesem Ausflug aber wieder zurück ins EMMURE-Universum samt ordentlich Tempo und einer Überdosis Druck. Der längste Songtitel steht mit 'Girls Don’t Like Boys, Girls Like 40’s And Blunts' an. Klingt kreativ, ist im Sound aber kurz und knapp auf den Punkt gebracht. 'New Age Rambler' möchte kurz vor Ende dann noch einmal überzeugen und kann mit seiner bedrohlichen Startsequenz punkten. Danach gibt es Midtempo und einen zu tiefst growlenden und zwischendrin philosophierenden Palmeri. Zum Abschluss hauen wir uns doch noch ein wenig EMMURE rein. Aber falsch gedacht. Zwar handelt es sich immer noch um die Amis, aber der Sound klingt bei 'We Were Just Kids' eher rockig, als coreig, allerdings sind die Vocals abermals unverwechselbar. Geilste Nummer der Scheibe. Schwieriges Fazit. Einerseits mag ich sie nicht sonderlich und schlage mich auch nicht darum, zu einem Gig zu fahren, andererseits machen EMMURE auf "Eternal Enemies" auch so rein gar nichts Eklatantes falsch. Und so bleibt mir nur, den Hut zu ziehen und mit der letzten grandiosen Abschlussnummer im Ohr die 5 zu ziehen. Album-VÖ: 18.04.2014 (Photo by Eric Richter)