(Shanabelle Records / Kobalt Label Services) THE BIRDS OF SATAN? Arschcooler Bandname, aber noch niemals zuvor auf dem Schirm gehabt - wie kann das sein? Man könnte meinen, dass in einer Art konspirativem Treffen alle PR-Eckpunkte zusammengeschustert worden sind, um nun mit großem Knall an die Öffentlichkeit zu gehen. Taylor Hawkins, seines Zeichens Drummer der Foo Fighters und Initiator der Band Taylor Hawkins and the Coattail Riders hat sich mit Kollegen (Wiley Hodgden & Mick Murphy) seiner Spaß-Coverband Chevy Metal zusammengetan, um mit neuer Kreativität und einem Schuss Wahnsinn seinen persönlichen Helden wie Rush, The Police, alten U2 oder Van Halen zu huldigen. Mit dem ungewöhnlich ausufernden 'The Ballad Of The Birds Of Satan' beginnt dieses kurzweilige aber auch kurze Album (7 Songs in 34 Minuten) phänomenal. Musikalisch eine Herausforderung für all jene, die die eher straighten Rocker von Foo Fighters bevorzugen, aber eine Entdeckungsreise für alle anderen durch verschiedene Stile der Rock 'n Roll-Geschichte. Zu Beginn ein Drum-Intermezzo mit darauffolgenden Jazzsprengseln, dann auf einmal schön rockend nach vorne im Stil der erfolgreichen Hauptband, um kurz darauf progressiv durchzustarten, leicht dissonant aber ungemein fesselnd. Von Ballade kann nicht gesprochen werden, da im Mittelpunkt ein lupenreines Metal-Solo folgt, um dann ebenso durchgeknallt den Song nach 9,5 Minuten zu beenden. KRASS! Durchatmen.....'Thanks For The Line' ist die Vorabsingle und macht durch sein 80's-Feeling mächtig Bock, könnte auch in der Hoch-Zeit des Glam-Metal entstanden sein, cheesy Mittelteil mit Pianountermalung, danach wieder ein fieses Solo. Sehr catchy, tanzbar und hitverdächtig! Die Referenzen an die großen Vorbilder kommen auch in anderen Songs zum Tragen - ob es nun bei 'Pieces Of The Puzzle' die alten Queen sind oder bei 'Raspberries' The Who zu "Thommy" Zeiten durchblitzen. Das selbstbetitelte Debütalbum von Taylor Hawkins und seinen Mannen erinnert in sehr angenehmer Weise an die Highlights aller Rock-Epochen und ist durch seinen Abwechslungs- und Einfallsreichtum möglicherweise ein Kandidat, eines dieser Alben zu werden, welches man immer mal wieder aufgelegt und dessen man nicht überdrüssig wird. Mit 'Wait Til Tomorrow' gibt es kurz vor Schluss noch ein 3-minütiges Rock-Geschoss ohne unnötige Sperenzchen, sondern einfach mitten in die Fresse. 'Too Far Gone To See' beendet diesen Überraschungscoup fast schon typisch mit einer Art Powerballade und als Abschluss werden in bester Livemanier alle Instrumente bis zum Schlussakkord malträtiert. Fazit: Ungewöhnlich, kurzweilig, spaßig - kurzum: Empfehlung des Hauses! 🙂 Album-VÖ: 18.04.2014 (Photo courtesy of