(E Works/PIAS/Cooperative) Die größte künstlerische Kreativität entspringt ja bekanntlich dem Leid. Einige der schönsten Lieder wurden aus den schrecklichsten Momenten geboren und die größten Erfolge nach der schlimmsten Lebenskrise gefeiert. Und auch wenn man in das mittlerweile 11. Studioalbum von Mark Oliver Everett alias EELS rein hört, wird einem gleich bewusst: Der Typ macht gerade eine beschissene Zeit durch. Daher kann er anscheinend auch nicht anders, als sich als abschreckendes Beispiel auszusprechen und seine Platte "The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett" zu nennen. In dreizehn Songs besingt, verarbeitet und wälzt sich Everett in seinem Leid. Das Erstaunliche daran, der Qualität der Musik nimmt dies keinen Abbruch. Die Einführung 'Where I’m At' aus Klavier und Blasinstrumenten ist kraftvoll und stark arrangiert. Danach führen die Fragen 'Where I’m From' und 'Where I’m Going' weiter durch das Album. Die erste Auskopplung 'Agatha Chang' klingt dank der rauen Stimme Everetts, der leichten Akustik-Gitarre und dem zarten Geigenspiel im Hintergrund nach einer gekonnten Mischung aus Cash und Waits. Eels ©PiperFergusonDagegen wirkt das folkige 'Where I’m From' fast fröhlich und losgelöst und steht damit im Gegensatz zu dem schwermütig reflektierenden Text. Everett möchte mit diesem Album aufzeigen, welche Fehler er gemacht hat und den Hörer davor warnen, diese auch zu begehen. Besonders gedankenverloren wirkt 'Series Of Misunderstanding', in dem das Ende einer Beziehung beschrieben wird und das, dank Glockenspiel und Geigen, so schön zerbrechlich klingt. So tragisch sein Scheitern in den Texten beschrieben wird, umso vielfältiger, ausgefeilter und perfekt harmonisch ist die musikalische Einkleidung des Ganzen. Wenn tatsächlich der Leidensdruck die Kreativität schärft, dann ist "The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett" der beste Beweis dafür. Album-VÖ: 18.04.2014 (Photo by Piper Ferguson)