(Atlantic/Warner)

Anfang 2009 tauchte die aus Irvine (Kalifornien) stammende Indierockband YOUNG THE GIANT erstmals in der Musikwelt auf. Bereits zu diesem Zeitpunkt wollte man „Nix wie raus aus Orange County“ und zielte auf die ganz großen Bühnen dieser Welt ab. Ein entsprechender Supportslot auf der Welteroberungstournee der Kings of Leon im Jahre 2009 sollte das ganze dementsprechend beschleunigen.

Das Erfolgsrezept schien aufzugehen. Ein beachtliches Debütalbum folgte 2011, mit den Singles 'My Body' und 'Cough Syrup' konnte man zwei solide Hits in den Studentenradios rund um den Globus verzeichnen und auch die letztjährige Vorabsingle 'Crystalized' versprach ein solides Zweitwerk. Mit etwas zeitlicher Verzögerung steht "Mind Over Matter" nun auch in den deutschen Plattenläden bereit, während man in Amerika bereits eine Top 10 Platzierung feiern konnte.

Jetzt stellt sich die Frage, ob YOUNG THE GIANT auch im europäischen Musikmarkt ihren unaufhaltsamen Aufstieg fortsetzen können. Dabei helfen soll kein geringerer als Produzent Justin Meldal-Johnson, welcher in den letzten Jahren auch den überfälligen Durchbruch von M83 zu verantworten hatte oder auch aus den Crystal Fighters und Naked And Famous wahre Hitmaschinen formte. Jetzt steht sein Produzentenname also unter einem Dutzend neuer Songs von YOUNG THE GIANT. Und bereits nach den ersten Hördurchgängen muss man feststellen, dass die etwas reduzierter klingenden YOUNG THE GIANT aus dem Jahre 2011 doch etwas mehr Feuer unter dem Alternative-Hintern entfachen konnten. In seiner Gesamtheit wirkt das aktuelle Album einfach zu glatt, zu überproduziert, zu aufgeblasen, zu effektlastig. Dies zeichnet sich insbesondere bei den Tracks 'Anagram' und 'It's about Time' zu Beginn des Albums ab.

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Photo courtesy of Fueled by Ramen

Dennoch kann "Mind Over Matter" auch kleine Highlights verzeichnen. Ein ebensolches kommt mit Track 4 in Form der Vorabsingle 'Crystalized' daher, welcher klar aus der ersten Albumhälfte heraussticht. Das es sich bei der jungen Band weiterhin um talentierte Songwriter und Musiker handelt, welche durchaus ein Händchen für starke Melodien haben, beweisen sie ebenso mit dem leichtfüßigen 'Daydreamer'.

Die zweite Albumhälfte tritt dann zunächst kräftig aufs Bremspedal und serviert mit 'Firelight' eine pure, und mit 'Camera' eine halbe Ballade, welche beide allerdings nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Dann wird es nochmal Zeit durchzustarten und man liefert mit dem rockigen 'In My Home' einen soliden Kracher ab, welchen man sich gut in jeder Indie-Disco vorstellen kann. Und auch mit den letzten vier Songs ihres Zweitwerks präsentieren YOUNG THE GIANT solide und unaufgeregte Indierocksongs, die keinem wehtun aber auch nicht herausstechen.

Der Weg in die Airplaycharts des Formatradios ist also geebnet, wobei man bei aller Fairness herausstellen sollte: YOUNG THE GIANT klingen besser als das hiesige Formatradio.

Der Song für die Playlist/das Mixtape: 'Crystalized'

Album VÖ: 25.04.2014