( Svart Records / Solina / Twisted Films - Cargo) 2006 bin ich über die EP "Teddy Boy" von dem französischen DJ/Komponisten Kavinsky gestolpert. Die Geschichte dahinter, Kavinsky sei in den 80ern mit seinem Testarossa verunglückt und kehrt nun als "Dead Cruiser" zurück, um Musik zu machen. Das hat ja schon einen guten Trash-Faktor, aber die Musik: eine grandiose Mischung aus dem original MiamiVice-Soundtrack und den Soundtracks der Helden der 80er, wie Knight Rider, Mac Gyver etc. Heute kennt man Kavinsky vom großartigen "Drive"-Soundtrack, zu dem er den Song 'Nightcall' beisteuerte. Und wie hängen NIGHTSATAN da nun mit drin? Die fahren einen ganz ähnlichen Sound. Die Finnen nennen es selber "Laser Metal", die Basis ist aber die gleiche: Synthies spielen sehr cineastisch arrangierte Songs, um die sich jeder Produzent von C-Filmen in den 80ern die Finger geleckt hätte. Den Metal-Bezug finde ich zwar arg konstruiert, die Musik ist aber ausgesprochen stark. Nightsatan-140511Um das ganze aber auf die Spitze zu treiben, erscheint "Nightsatan And The Loops Of Doom" nicht nur als Soundtrack zu einem imaginären Film. Nein, der CD liegt auch eine DVD mit einem echten Film zur Musik bei. Und der ist eine ebenfalls sehr gelungene Homage an die trashigen B-Movies der 70er und 80er, vornehmlich aus Italien und angesiedelt in einer Welt nach der nuklearen Apokalypse. Mad Max in günstig, aber mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. NIGHTSATAN legen mit Film und Soundtrack ein starkes Package vor, allerdings auch ein risikobehaftetes: entweder man kommt mit der strikt durchgestylten Musik/Film-Combo klar, oder man kann/wird damit vermutlich gar nichts anfangen können. Als ausgesprochener Fan der trashigen Filmkunst gefällt mir "Nightsatan And The Loops Of Doom" sehr gut, auf eine Wertung verzichte ich allerdings trotzdem. Album-VÖ: 09.05.2014 (Photo courtesy of Svart Records / Solina / Twisted Films - Cargo)