(Uncle M/Cargo Records) Die 2009 in London gegründeten APOLOGIES, I HAVE NONE haben nach mehreren famosen EPs in ihrer Anfangszeit im Jahr 2012 ihr Debütalbum "London" rausgebracht und damit scheinbar den Nerv der Zeit sowie eine kleine Marktlücke entdeckt. Mit ihrem frischen und euphorischen Mix aus Punkrock, Anleihen bei Folk und überirdischen Indiegitarrenrock, dem genialem Doppelgesang und einzigartigen Sing-a-Longs, haben sie die Herzen derer erobert, die dieses Organ noch in sich schlagen fühlen. Nun gibt es im Jahr 2014 einen Bruch. Gründungsmitglied Dan Bond hat die Band im Einvernehmen verlassen und um das Cliquen-Ding nicht zu sprengen, entschieden die verbleibenen drei als Trio weiter zu machen. Dass es im Songwriting Veränderungen gibt, liegt vielleicht am Ausstieg des zweiten Gitarristen/Sängers, kann aber auch eine notwendige Weiterentwicklung innerhalb der Band sein. Egal wie, "Black Everything" ist der neueste Output von APOLOGIES, I HAVE NONE, beinhaltet vier neue Songs. Darauf muss man sich einlassen können und wenn man verinnerlicht hat, dass es nicht immer so weitergehen kann wie auf seinem Lieblingsalbum "London", bekommt man neues Futter für seine Gehirnwindungen und hat Erklärungen für das Zucken im Fuss, der einfach nicht still stehen bleiben will. 🙂 Mit dem Brecher 'Raging Through The Sick And Heavy Darkness Of A Bloodlust' beginnt diese EP sehr düster und schleppend, entwickelt durch seine Post-Hardcore-Elemente aber einen unüberwindbaren Sog, der einen nach über 5 Minuten mit offenen Mund da stehen lässt und man nicht weiss, was eigentlich gerade passiert ist. AIHV-2014'Two Bombs In A Box' geht in die geliebte OldSchool-APOLOGIES, I HAVE NONE-Richtung..... kurze Strophen, ausufernder Chorus, der mit einem charmanten Londoner Akzent punkten kann. Der dritte Track 'Coffee, Alcohol, Codeine, Repeat' wird massiv vom Gesang Josh McKenzies getragen und vor allem hier merkt man das Fehlen von Dan Bond, weil man immer wieder den Doppelgesang erwartet, der aber einfach nicht einsetzt. Spätestens dann merkt man beim ersten Hören der EP eine gewisse Frustration und Enttäuschung. Man sollte der Platte aber dennoch einige Durchläufe gönnen, weil irgendwann packt sie einen - versprochen! Der Abschluss mit 'The Clarity Of Morning' ist ein melancholischer, der sich positiv Bann bricht und zu einem lebensbejahenden Ende hochpusht. Fazit: Ungewöhnlich, unerwartet - man sollte als Hörer dieser EP Zeit und Aufgeschlossenheit mitbringen, dann kann man ein wahres Schmuckstück entdecken, welches sich unter auftürmenden Gitarrenwänden und gar nicht mal so schnell herauskristallisierten Melodien versteckt! Für den Mut, ein erfolgreiches Konzept zumindest anzubrechen bzw. weiterzuentwickeln, gebührt mein Respekt. APOLOGIES, I HAVE NONE gehören weiterhin zu den aktuell spannendsten Bands. "Black Everything" hat sich seine 5 Blitze hart erarbeitet. LP-VÖ: 09.05.2014, Digitale VÖ: 25.04.2014 (Photo courtesy of Uncle M)