(InsideOut) Ob man den zumeist ruhigen Prog-Sound der Briten IQ nun mag oder nicht, alle Musikliebhaber sollten ihnen für die bisherigen 23 Jahre gemeinsamen Musizierens, zehn veröffentlichte Alben ohne Major-Label im Rücken und eine hart erspielte treue Fanbase tiefen Respekt zollen! Für Prog-Fans ist diese Band wie ein guter Wein, der mit der Zeit immer besser und reifer geworden ist. Das zehnte Studio-Album kann sich daher auch mit den Bandklassikern wie "Subterranea", "The Wake" oder "Frequency" mehr als messen. "The Road Of Bones" ist wieder einmal ein Meisterwerk anspruchsvoller Rockmusik geworden, dass mit zumeist anspruchsvollen und überlangen Songs aufwartet. IQ haben über die Jahre einen einzigartigen Stil kreiert, der immer wieder mit neuen Ideen, unterschiedlichen Stilmitteln und Instrumentierungen daherkommt. So auch diesmal. Die Gitarren stehen auf dem neusten Werk mehr im Mittelpunkt und sind stellenweise schön fett pumpend. Das Schlagzeugspiel von Paul Cook ist manchmal jazzig verspielt, dann wieder knackig rockend auf den Punkt. Die sphärischen Keyboards unterstützen den hohen Gesang von Peter Nicholls, der häufig melancholisch intoniert. Überhaupt ist die Stimmung auf dem neusten Longplayer getaucht in Moll. Die düsteren Kompositionen stehen der Band aber überaus gut zu Gesicht! Es gibt auf "The Road Of Bones" zwar immer wieder Stücke, die gradliniger auf den Punkt kommen aber im Zentrum stehen monumentale Epen, die im 20-Minuten-Werk 'Without Walls' ihren Höhepunkt finden, das zeigt, was im Prog so alles möglich ist! IQ-Band-courtesy of Giant Electric PiaGitarrist Mike Holmes hat das Album produziert und man hat, wie schon in den letzten 20 Jahren, in den Aubitt Studios aufgenommen mit Langzeit-Engineer und Live Mischer Rob Aubrey, der den Klang der Instrumente und das Gesamtkonzept in- und auswendig kennt. Für "Neuzugang" Keyboarder Neil Durant, der 2011 zu Band stieß, war es die erste Studio-Session mit der Band. Seine Melodien fügen sich sehr homogen in das Gesamtgefüge. Gründungsmitglied und Basser Tim Esau ist nach über 20 Jahren wieder zurück. Diese besondere Atmosphäre scheint sich auf die 53 Minuten lange Reise in den Klangkosmos der UK-Progger ausgewirkt zu haben. Der metallischere Klang im Vergleich zu früheren Alben sollte auch viele Metal Heads ansprechen. Überhaupt läßt die Produktion keine Wünsche offen! Die CD gibt es übrigens auch mit einer 40-minütigen Bonus-CD, mit Stücken aus den aktuellen Sessions, die es zwar nicht auf die reguläre CD geschafft haben, die aber zu keiner Sekunde wie lieblose B-Seiten klingen. Wer also überlegt, dem sei dringend zu dieser tollen Mehrwertversion geraten! Fast doppelt so viel Hörvergnügen für einige Euros mehr, wo gibt es das schon?! Album-VÖ: 19.05.2014 (Photo courtesy of Giant Electric Pia)