(Razor & Tie) SYLAR aus New York City sind der neueste Fang vom Label Razor & Tie und bringen dieser Tag mit "To Whom It May Concern" ihre ersten 12 Songs auf den Markt. Die jungen Metalcoreler, allen voran Sänger Jayden Panesso, sind mit Bands wie Linkin Park, Slipknot oder auch Eminem aufgewachsen und das sollte genug spannenden Stoff bieten, um einen modernen Mix aus allen Himmelsrichtungen des Musikgenres zu starten. Ob und wie viel Einfluss die Jugendsünden auf ihren heutigen Sound haben, bleibt damit spannend abzuwarten. Der Titeltrack zu "To Whom It May Concern" wird gleich zu Beginn verfeuert und ist lediglich als kurzes Intro verwendet worden. Mit 'Prescription Meditation' geht es dann erst richtig zu Werke. Die Jungs haben einen Faible für Elektronik, das fällt uns gleich vom Start weg auf. Neu ist der Stilmix nicht, aber jeder legt es eben anders aus und hat da unterschiedliche Vorlieben, was die Intensität angeht. SYLAR dürfen hier als Intensivtäter beschimpft werden. Auch beim nächsten Song 'Mirrors' sind außer den typischen Metalcore-Anlagen etliche Spielereien zu vernehmen. Auch eine Schwäche für Sprechgesang haben die Jungs aus den USA, welcher sich immer mal wieder zu Shouts und Cleangesängen gesellt. Auch 'Two-Timer' baut sich durch diese Intonierung auf und erste Slipknot-Ähnlichkeiten sind zu erkennen, allerdings ist der Chorus hier derart schwachbrüstig, dass Corey Taylor nicht im Ansatz erreicht werden würde, wenn man hier etwas in diese Richtung angesteuert hätte. 'Live-Breathe' schwimmt da ähnlich wie Vorangegangenes, hier ist der melodische Teil allerdings etwas interessanter. Zeit für ein Interlude, da kann man dann kurz das Klo aufsuchen und getrost den Kopfhörer auf den Haken hängen. Zurück vom Balken treffen wir auf 'Golden Retreat', wo die Samples wieder mehr zunehmen und so die Losbude auf dem Schützenfest die Besucher anlockt, um ihre Euros loszuwerden. „Gewinne, Gewinne, Gewinne. Kauft euer Los jetzt für ne Mark und gewinnt das alte staubige Stofftier“. Press Shot 2 - Sylar - Credit Jonathan Hoeg2Legen wir die Lästereien erstmal beiseite. Schließlich haben sich SYLAR laut eigener Presseerklärung bereits mit ihrem Labelvertrag aus dem grauen Untergrund befreit. 'Spitting Image' hat ein wenig Emmure in sich und schleppt sich zumeist slowly Goalie dahin. Erneute Toilettenpause gibt es beim zweiten Interlude, obwohl hier sogar gesungen wird, wenn auch sehr gesamplet. Bei 'Never Let It Go' wird dann sogar gerappt, wo wir dann unseren Linkin Park-Faktor hätten, allerdings fehlt uns auch hier ein wenig mehr Pfeffer im Pöter. Unterstützung von Ex-Who, Is Me-Member Doriano Maglian gibt es bei 'Substance'. Und schon rotzt es ein wenig mehr in der Hütte. Zweistimmigkeit bringt den eigenwilligen Sound von SYLAR doch deutlich voran. Leider ist das dann auf dem letzten Song 'Yours Truly' wieder vorbei und trotzdem kommt noch einmal etwas mehr Schwung in die Hütte. Der cleane Gesang kommt in seiner rauen Ausführung besser zur Geltung und auch das Tempo hätte auf dem Rest der Scheibe gerne ähnlich rasant mit gelegentlichen Zwischenstopps sein dürfen. Die Pseudoraps und Autoscooter-Samples hätte man aber auch hier gerne weg lassen dürfen. Das Full Length-Debüt von SYLAR ist durchwachsen. Zwar verstehen sich die Jungs Aus New York City im spielerischen Bereich, allerdings sind die Strukturen zu durchsichtig und schon zigmal gehört. Auch die Spielereien mit der Elektronik nerven und so kommen wir mit beiden Augen zugedrückt auf 3 Blitzchen. Album-VÖ: 16.05.2014 (Photo by Jonathan Hoeg)