(Svart Records) Das mit dem indogermanischen Sprachraum ist so eine Sache: Jede Sprache lässt sich irgendwo ableiten. Die finnische Sprache ist da außen vor. Sie hat nichts mit den übrigen Sprachen zu tun, ist schwer zu lesen und noch schwerer auszusprechen. Inwiefern sich dieses für Resteuropa obskur anzuhörende Gebrabbel für Metal eignet, ist eine Frage, die man sich durchaus stellen darf. Demzufolge lassen sich finnischsprachige Metal-Alben gewissermaßen an einer Hand abzählen. Da wirkt es schon komisch, wenn eine Band ihr Album mit dem Gütesiegel „härtestes Metal Album finnischer Sprache“ versieht. VANAIJA. "Kadotetu". Hart und finnisch. Jap, okay. Und jetzt? Ich habe ehrlich gesagt wenig bis gar keine Alben dieser Kategorie auf dem Schirm, zudem ist mir auch nicht klar, inwiefern man den Härtegrad von Musik nach Sprachen ausrichten kann und sollte. Vielleicht ist die zuvor genannte Auszeichnung auch einfach besonders griffig. Vergessen wir das Marketingangeflute für einen Augenblick und konzentrieren wir uns auf das Produkt. Das Album ist großzügig mit akustischen Instrumentalsequenzen versehen. Das passt gut zu der Tatsache, dass es sich bei dem Death-Doom-Brocken aus Skandinavien um ein Konzeptalbum zur Landesgeschichte des 19. Jahrhunderts handelt. Von musikalischer Seite aus bedient man sich vorzugsweise beim Death Doom der 90er. Es geht also schleppend und tief gestimmt zur Sache. Insbesondere die Growls kommen wunderbar böse aus den Boxen. Den Gesang teilt die Truppe sich übrigens auf, manchmal gibt es auch Flüstern oder andere Variationen zu hören. vainaja-kadotetut-courtesy of svart recordsBis auf wenige Uptempo Parts und den erwähnten Atmo-Songs bleibt vor allem der sehr schleppende Groove, alles wirkt relativ gleichförmig. Besonders stark ist die Truppe aber, wenn subtile Melodien eingestreut werden ('Kahleiden Kantaia') und auch das seltene „asphyxeske“ Gebolze ('Väärön Ristin Valtakunta') kommt wirklich gut. Ja, es ist ein Doom-Album und ja, ein solches hat von Natur einfach langsam zu sein. Mit dem kleinen Wörtchen "Death" hätte man sich einen Fuß in der Tür zu mehr Kreativität sichern können. Der ein oder andere Blick durch diese wäre sicher interessant gewesen. Death-Doom-Jünger der 90er dürfen bedenkenlos zugreifen, nur der Sound ist deutlich besser als damals, was sich bestimmt verschmerzen lässt. Genre-Fremde mit dem Hang zu durchdachten Konzepten und melancholischer Grundstimmung sind hier ebenfalls an der richtigen Adresse. Lediglich knüppelaffine Zeitgenossen sollten besser Richtung Old School Death-Truppen schielen. Album-VÖ: 23.05.2014 (Photo courtesy of Svart Records)