(Relapse Records) Auch wenn ich dieses Review an einem lauen Mai-Abend auf der Terrasse sitzend tippe, möchte ich doch mal folgendes sagen: WINTER!!! Nein, nix mit Game Of Thrones. Und auch nicht die Jahreszeit. DIE BAND! Stephen Flam, das Mastermind hinter der Doomlegende (es gibt ja eine Menge Legenden im Doom, aber Winter haben diese Titel wahrlich verdient) verstärkt das SERPENTINE PATH-Lineup auf der just veröffentlichten Schwer-Rille "Emantions". Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: featuring members of Winter, Electric Wizard, Unearthly Trance and Ramesses. "Supergroup" scheint hier durchaus angemessen. Direkte Rückschlüsse auf den Sound von SERPENTINE PATH lassen sich dabei nur bedingt herstellen. Gut, der NY-Fünfer wird keine Geschwindigkeitsrekorde brechen. Aber nix mit Sabbath-Schlagseite und Sludge-Kante, vielmehr erinnert mich der Sound an die Hochzeit des US-Deathmetals. Viel Autopsy. Aber auch Brutality, Monstrosity, frühe Suffocation … nur minimalistischer und langsamer. Aber die nihilistische Atmosphäre ist wieder da, Ryan Lipynskys Vocals klingen wunderbar viehisch und die Produktion klingt herrlich rumpelig und undergroundig (die Drums, super!). Serpentine Path - by Jason Jamal NaklehAnspieltipps? Jeder verdammte Song. Das Riff vom Opener 'Essence Of Heresy' macht schonmal klar, was SERPENTINE PATH unter Heavyness verstehen. Geile Leadgitarren dazu. 'House Of Worship' kriecht nicht minder schwer aus dem Folterkeller. 'Treacherous Waters' drückt das Bremspedal noch mehr durch und erinnert mich an das zweite Nocturnus-Album. Hammer! 'Claws' ist klassischer oldschool Death-Doom und hätte auch gut auf das erste Bloodbath-Album gepasst. 'Disfigured Colossus' hat nicht nur einen super Titel, sondern kommt mit seinem leichten Sludge-Einfluss meiner ursprünglichen Erwartung an den Bandsound am nächsten. 'Systematic Extinction' lässt es etwas ruhiger angehen, die dadurch entstehende Atmosphäre ist aber sogar noch düsterer und bösartiger als bei den Songs zuvor. Das abschliessende 'Torment' knackt dann schließlich sogar die 8-Minuten-Marke und wirft kurz vor Schluss nochmal ein paar Tonnen extra auf die Waage. SERPENTINE PATH knüpfen auf "Emanations" wunderbar an den urtümlichen und rohen Sound des 90ies-Death-Doom an und bieten weder Experimente noch bahnbrechend Neues. Aber der von ihnen kreierte Sound ist dermaßen dicht, authentisch und packend, dass man "Emanations" einfach abfeiern muss. Ein weiteres Death-Metal-Highlight im ohnehin schon starken Jahr 2014. Album-VÖ: 23.05.2014 (Photo by Jason-Jamal-Nakleh)