(Universal Pictures International) Grundsätzlich bin ich ja sowieso nicht so gut für witzige Filme zu haben. Selbst die lustigen Filme, die ich mag sind im Grunde tragisch. Aber man möchte sich ja auch mal auf etwas Neues einlassen. Bei Seth MacFarlane rechnet man ja schon mit einem gewissen Stil. Albern wird es sein. Macht ja nix. Also ging es frohen Mutes ins Kino. Lachen ist gesund. Sagt man. Wir schreiben das Jahr 1882. Das kleine Örtchen ‚Old Stump‘ am Rande der Frontier zur Wildnis ist ein bedrohlicher Ort. Vor allem, wenn man pazifistischer Schafszüchter ist und noch niemals einen Colt abgefeuert hat. Albert, gespielt von Seth MacFarlane, hat also keinen leichten Stand in der wilden Westernwelt, wo an jeder Ecke der Tod durch Indianer, Banditen, Seuchen, oder schlicht mangelnde Hygiene auf ihn wartet. Der ausgeprägte Hypochonder in ihm macht ihn dann auch nicht reizvoller für die Damenwelt. Schließlich verlässt ihn seine Freundin für den smarten Foy (Neil Patrick Harris) – seines Zeichens Inhaber der ortsansässigen Moustacherie. Der arrogante Gegenspieler schürt also die Wut des low life Hürten – zudem Albert auch mit dem Bartwuchs nicht so recht hinterher kommt. Zudem kann Foy schießen – sogar auf seinem Colt befindet sich ein kleiner Schnurres. Als dann eine Banditenbande in die Gegend kommt, verliebt sich Albert in die schöne, toughe Anna (Charlize Theron) – unwissend darüber, dass sie die Ehefrau des Oberbanditen Clinch (Liam Neeson) ist. Verstrickungen und Verwicklungen führen letztendlich dazu, dass Albert sich gegen Foy und gegen Clinch behaupten muss. Ganz oberflächlich betrachtet ist eigentlich alles dabei, was ein klassischer Western haben sollte: High Noon, den Quacksalber, ein paar Tote und Geschieße, Indianer, Banditen, Goldwäscher und einen Saloon in dem fleißig gesoffen und gevögelt wird. Leider belaufen sich neunzig Prozent der lustigen Momente auf Fäkalhumor. Nichts gegen flache Kalauer, aber wenn sich diese alle auf Körperöffnungen und deren Ausflüsse beziehen, wird es dann nach der dritten Diarrhoe etwas unangenehm. So hat auch Sarah Silverman als die Saloon-Hure Ruth nicht viel mehr zum Witz des Ganzen beizutragen, als über ihren Arschschmerz von den Kunden des Tages zu berichten. Da hätte ich mehr erwartet. Ganz dem klassischen Vorurteil über Komödien entsprechend, hat man eigentlich alle guten Szenen leider schon im Trailer beschmunzeln können. Mehr kommt da nicht. Lediglich zwei kleine Szenen sorgten noch für Belustigung. Ohne zu sehr Spoilern zu wollen, sollte man auf Mila Kunis und Christopher Loyd achten. Schauspielerisch überzeugen Charlize Theron und Liam Neeson auf jeden Fall und lassen dabei alle anderen ziemlich blass aussehen – trotz der kalifornischen Prärie-Sonne. Ich kehre dann doch lieber zu tragisch komischen Geschichten zurück. Das mit dem Lachen ist total überbewertet. 1,5 Blitze