(Unter Schafen / Al!ve)
Es gibt Leute, die nicht ohne Musik können und die im Laufe der Zeit verschiedenste Dinge ausprobieren müssen. Dennis Lyxzén ist so einer. Das Bandname-Dropping ist lang und braucht hier nicht weiter erwähnt werden. Ihr wisst schon bescheid. Anders als in seinen Hardcore und Punk-Roots, oder seiner Rock-Band (im erweiterten Sinne) sind INVSN eher eine Mischung aus Joy Division und A-HA. Ursprünglich schon 1999 unter dem Namen Lost Patrol Band gegründet und als Folk-Soloprojekt gedacht, wurden bereits einige Platten im Laufe der Jahre veröffentlicht. Es folgte der Namenswechsel in Invasion (ne Ami-Band beanspruchte den alten Namen) und als die Entscheidung reifte, dass die Band professionell geführt werden soll, schließlich dann in INVSN. Unter dem voll ausgeschriebenen Namen sind bereits zwei Alben erschienen, insofern soll das selbstbetitelte "INVSN" wohl eine Art Neuanfang darstellen. Serviert bekommen wir hier, wie schon oben erwähnt, einen sehr Joy Division-lastigen Powerpop, mit vielen Anleihen bei den norwegischen Superstars von A-HA. Allerdings ohne deren Schwülstigkeit. Die Songs sind durchgehen recht simpel arrangiert. Monotone 70/80er Beats bilden ein dominantes Grundgerüst für die spärlichen Gitarren und simpel aufgebauten Leads. Dezente Keyboards sorgen für etwas Fülle hintenrum, drängen sich aber in keinster Weise auf. Dennis’ Gesang ist so klar und soft wie niemals zuvor. Man erkennt ihn kaum wieder. Ab und zu wird er von Inge Johansson (Bassistin) unterstützt. Das klingt nett und verstärkt den Pop-Faktor. Songs wie der Opener '#61' und das tolle 'God Has Left Us Stranded' sind durchweg gelungen. Insgesamt muss man aber sagen, dass ich von jemanden mit dem eindrucksvollen musikalischen Gespür doch irgendwie mehr erwartet hätte. Das Album hätte grundsätzlich mal deutlich düsterer ausfallen können. invsn-2014Ein ums andere Mal bin ich zu Beginn der Songs an die großartigen Beastmilk erinnert, nur um dann zu hoffen, dass nach der ersten Strophe ein „jetzt-aber“ - Effekt eintritt. Tut er nur meistens nicht. Im Verlaufe des Albums plätschern zu viele Songs leider nur dahin. Es fehlt der Biss, die Kante, ein bisschen Rotzigkeit - oder eben eine Ladung Düsterrock, wie bei den bereits genannten Finnen. Schade eigentlich. Dennis‘ Stimme macht durchaus was her, einige Refrains sind catchy, aber auf die volle Distanz geht es etwas zu zahm und umspektakulär zu. Schaut euch mal das Video zu 'Down In The Shadows' an. Der ist gut und den würde ich als Anspieltipp nennen wollen. Etwas befremdlich finde ich, das sei zuletzt gesagt, die Verwandlungskunst der Outfits, wenn der Gute zwischen Anarcho-Old-School-Punk wie bei AC4 und dem Düsterrocker mit Hut und Mantel bei INVSN hin und her wechseln muss. Nun ja. Album-VÖ: 30.05.2014 (Photo courtesy of Unter Schafen)