(EarMusic) Wenn man den Bandnamen KXM zum ersten Mal liest/hört, denkt man eher an elektronische Klänge Marke KMFDM oder eine Progband als an eine fein groovende Rocktruppe. Das dahinter steckende musikalische Triumvirat setzt sich aus drei Meistern ihres Fachs zusammen. Die Buchstaben stehen dabei für ihre "derzeitigen" Bands, K wie Korn, X wie in King's X, M wie bei Lynch Mob. Genauer gesagt handelt es sich bei KXM um Korn-Drummer Ray Luzier, King's X-Sänger Doug Pinnick und Lynch Mob-Gitarrist George Lynch (ex-Dokken), die eher per Zufall bzw. aus einer Laune heraus zusammenfanden. Das Tolle an dem Resultat/Debüt-Album ist die an allen Ecken überquillende Kreativität und Spielfreude. Doch wie kam es überhaupt zu diesem Resultat? Bei einer Feier im Hause des Drummers fragte jener die Gäste Pinnick und Lynch bezüglich einer gemeinsamen Jam-Session. Und so trafen sich die drei experimentierfreudigen Musiker bei nächster Gelegenheit und jammten ohne vorgefertigte Songstrukturen munter drauf los. Die drei harmonierten wunderbar zusammen und am Ende des ersten Abends hatten man schon das Grundgerüst für viele Stücke und nach zehn Tagen ein ganzes Album zusammen. Die munter drauf los rockenden Stücke können durch die Bank begeistern und verbinden die beste Eigenschaften der einzelnen Mitstreiter zu einer starken, inspirierenden Rock-Allianz. Dass das Ergebnis so großartig wird, durfte man kaum hoffen. Denn so ist George Lynch zwar ein unglaublich guter Gitarrist, der aber ein paar Mal zu oft mit halbgaren Aufgüssen seiner alten Klassiker Kasse machen wollte. KORNXMOB-shoot2-9King's X haben leider schon lange kein Album mehr veröffentlicht und Korn machen zwar Spaß, treten musikalisch aber auf der Stelle. Die als reines Projekt geplante Band fusioniert nun das Talent der drei Spitzenmucker zu mitreißenden Rockern. Lynch spielt so aufregend wie zuletzt Anfang der 90er bei Lynch Mob, Sänger und Bassist Dough Pinnick klingt ebenfalls gleichtzeitig befreit sowie inspiriert; er berührt mit seiner bluesigen Stimme vom ersten Ton an. Mr. Groove Luzier hält die Nummer nicht nur rhythmisch zusammen, sondern präsentiert einige seiner packendsten Performances samt spannender Fills und cooler Beats. Schön, dass trotz aller Finessen eingängige Songs herausgekommen sind. Die Basis bilden Pinnicks verzerrte Bass-Grooves, Luziers wuchtiges und stets präzises Drumming und Lynchs einzigartige Riffs. Dank des bluesigen Gesangs samt schöner mehrstimmiger Harmonien ist nahezu jeder Song ein Hit, wenn sich auch nicht alle Stücke sofort erschließen. Eine weitere Stärke des Trios ist die Vielfältigkeit und Dynamik des vertretenen Materials. Dank Produzent Chris Collier (Lynch Mob, Lita Ford, Tommy Bolin) bietet das Debütalbum einen rundum gelungenen Sound. Der transparente und druckvolle Klang unterstützt die abwechslungsreichen Songs der drei wiedererstarkten Musiker, bei denen die Band-Chemie hörbar 100% stimmt! Lange nicht mehr so viel Spaß gehabt mit "Hardrock"! Album-VÖ: 30.05.2014 (Photo courtesy of Ear Music)