(Nuclear Blast) Meist sind es Gitarristen und Sänger, die Bands um sich scharen, doch im Fall von BURY TOMORROW ist es Schlagzeuger Adam Jackson, der 2006 in seinem Städtchen Southampton Mitstreiter für eine Band sucht. Die Gruppe ist rasch komplett und so entsteht 2007 das erste musikalische Lebenszeichen in Form der EP "The Sleep Of The Innocents" in kompletter Eigenregie. Doch das anschließende Touren zahlt sich aus und mit einem Plattenvertrag in der Tasche folgt 2009 das Debütabum "Portraits". Der britische Fünfer zelebriert hierauf feinen Metalcore ohne elektronische Spielereien und langweilige Fokussierung auf Breakdowns. Es regiert abwechslungsreiches Songwriting, gepaart mit schönen doppelläufigen Gitarrenparts und gelgentlichen Soli. Typisch ist das Wechselspiel zwischen Clean-Sänger und Gitarristen Jason Cameron sowie Oberschreihals Sänger Daniel Winter-Bates. Dass BURY TOMORROW überdurchschnittlich guten Metalcore zu bieten haben, merken auch Nuclear Blast, die die Truppe signen. Auf dem Nachfolger "The Union Of Crowns" wächst die Band über sich hinaus und macht einen großen Schritt in Richtung erwachsenere Arrangements. Im Januar 2013 verläßt Lead-Gitarrist Mehdi Vismara die Band und wird durch Kristan Dawson ersetzt. 2014 steht nun der dritte Longplayer "Runes" ins Haus und den Briten gelingt erneut ein spannender Balanceakt zwischen brachialer Härte und eingängigen Melodien. Die Songstrukturen sind inzwischen noch dynamischer geworden, der Gesang beider Frontmänner noch ausgereifter, das Drumming flexibler und die Gitarrenarbeit noch kontrastreicher und zu guter Letzt der Sound noch druckvoller! Grunzer Daniel Winter-Bates schreit, keift und „guturalt“ extrem abwechslungsreich und sein Counterpart Jason Cameron gibt eine packende Hookline nach der anderen zum Besten. BuryTomorrow2014d-byTomBarnesAnspieltipps muss man gar nicht groß nennen, wer zum Probehören einfach den Opener wählt, der wird getreu dem Titel 'Man On Fire' Feuer und Flamme sein. Beim ersten Durchhören des Albums springt der Funke zwar noch nicht ganz über, das ändert sich aber mit jeder weiteren Rotation. Da die Songs viele Überraschungen bieten und sich deutlich voneinander unterscheiden, was im Metalcore ja nicht immer ganz der Fall ist, braucht die Platte etwas Zeit und man muss sich schon eingehend mit dem Material beschäftigen. Aber so hat man sich „früher“ ja auch die neuste Metalplatte à la Iron Maiden oder Megadeth erschlossen, bis sie nicht mehr aus den Gehirnwindungen gelöscht werden konnte. Schön sind auch die Akkustik-Varianten von zwei vetretenen Songs, die zeigen, was die Truppe musikalisch noch so drauf hat. Doch auch ohne diese Lieder spielt das Quintett in der ersten Riege moderner Metal Bands ganz oben mit! Album-VÖ: 30.05.2104 (Photo by Tom Barnes)