(Warner Records) Eines kann man MASTODON sicherlich nicht absprechen: Mut. Mut zur Hässlichkeit zum Beispiel. Anders kann man sich das Cover zu "Once More  'Round The Sun" kaum erklären. "The Hunter" war ja schon speziell, aber auch super. Dieses mal sind sie endgültig auf irgendeinem bewusstseinserweiternden Trip gelandet. Halleluja, ist das LSD-Alptraum-Viech hässlich, dass uns da angrinst. Andererseits hält der Inhalt genau das, was die Verpackung verspricht. Auf Ihrem mittlerweile sechsten Album sind MASTODON jetzt aber wirklich endgültig im Psychedelic-Rock angekommen. Die Zeit der ausschweifenden 10-Minuten Kompositionen wie zwischen "Leviathan" und "Crack The Sky" immer mal wieder auf den Alben zu finden waren, sind seit "The Hunter" vorbei. Die Band ist deutlich fokussierter. Statt Prog-Epen, die Led Zeppelin und Neurosis mit King Crimson und Drone/Sludge-Metal vermischen und daraus wahre Monster an Songs erschaffen, konzentriert man sich anno 2014 eher auf klassisches Songwriting. Knackige Songs, klare Strukturen, griffige, bisweilen fast hymnische Refrains. Der ein oder andere mag nun aufschreien und sich „seiner“ MASTODON beraubt fühlen. Eure Lieblings-Bartträger zum Wachwerden im Morgenradio? Keine Sorge - auch wenn die Riffs meist extrem melodisch sind und harte Sludge-Einlagen (wie bei 'High Road') weniger geworden sind - sind MASTODON 2014 dennoch nichts für den Massenmarkt. Aber eben doch „rockiger“ als noch früher. Der neuen Disziplin, Songs auf eher klassische Abfolgen und starke Melodien aufzubauen, sind sie definitiv gewachsen. Die mehrstimmigen Gesangseinlagen, wie auf den Vorgängeralben aufgeteilt auf Sanders, Hinds und Daylor (bass/git/drums) und in ihrer unverwechselbaren Art vorgetragen sind ausgefeilter und mehr zum bestimmenden Merkmal der Songs geworden als noch früher. Man merkt deutlich, dass die Abtastphase mit cleanen Gesang lange vorbei ist und die Jungs sich sichtlich wohl in ihrer Haut fühlen. Verzerrte und geschrieene Passagen sind fast überhaupt nicht mehr zu hören. MASTODON_PRESS_PIC_2014Was Hinds und Kelliher aber aus Ihren Klampfen für Riffs zaubern, ist eine helle Freude. Psychedelic-Prog-Metal-Rock vom allerfeinsten. Hört euch den Opener an, oder 'Motherload' und das wundervolle getragene 'Asleep In The deep'. Das Schöne ist, dass man zu keiner Sekunde das Gefühl hat, dass die Band nun am Ziel sei und von heute an alle zwei Jahre das selbe Album veröffentlichen wird. Auch nach 6 Alben und 14 Jahren auf den Bühnen, merkt man deutlich den Hunger der Band nach Kreativität. Eigentlich gibt es gar nichts zu meckern und die volle Punktzahl müsste stehen. Ich lasse mal einen halben Punkt weg, weil die Band sich immer noch mal steigern kann - und vielleicht auch, weil es mich gar nicht so sehr überrascht, dass MASTODON ein so gutes Album abgeliefert haben. Es war zu erwarten, die Jungs enttäuschen einfach nicht. Ein weiteres Highlight des Jahres. Album-VÖ: 20.06.2014 (Photo courtesy of Warner Records)