(Bridge Nine/Soulfood) Pretty low hängt die Messlatte für die Jungs aus dem mittleren Westen der US von A sicherlich nicht. Das Debüt "Pendulum Swings" hat schon für ordentlich Begeisterung beim Zielpublikum gesorgt. Dieser herrlich zeitlose No-Bullshit Hardcore, den EXPIRE auch auf "Pretty Low" wieder am Start haben, erfindet zwar an keiner Stelle das Rad wirklich neu, aber er sorgt fürs nötige Zucken im linken Tanzbein. Sehr ähnlich den New Yorkern von Backtrack, bewegt man sich meist im höllisch tight groovenden Mid-tempo. Auf den Tritt auf's Gaspedal wird fast gänzlich verzichtet ('If It Where Up To Me' ist da eine Ausnahme).  Im Gegensatz zu den eben genannten, finden sich allerdings keine Riffs, die entfernt dem 80-iger Speed Metal entliehen sind. Was ebenfalls komplett nicht vorhanden ist, und auch ein wenig fehlt, um die Songs aufzulockern, sind Back Up-Vocals. Einige Songs, wie z.B. 'Second Face' warten mit einem zweiten Shouter auf. Shouter ist ein gutes Stichwort. So angepisst, wie Sänger Joshua Kelting ist, frag ich mich, was die da in Milwaukee im Wasser haben. Er keift und wütet sich durch das Album, das es eine helle Freude ist. "Pretty Low" liefert 11 mal ehrlichen, aufs nötige reduzierten Hardcore, der für den Pit geschrieben ist. Mit Sicherheit superfun live. Hier gibt es kein Emo, kein "Artcore", keine Schminke, Düsterkram oder sonst irgendwelches Rumgepose, es gibt immer nur auf die 12. Macht Spass und ist passend dazu lyrisch auch eher auf die schlichte Art gehalten ("When the shit piles up, get a shovel"). Naja. Funny allemal. Auf Tour waren sie auch gerade bei uns. Im Spätsommer kommen sie dann mit den Glaubensbrüdern von Turnstile wieder. Solltet ihr nicht verpassen. Album-VÖ: 20.06.2014