(Steamhammer/SPV) Beständigkeit ist im Falle von VICIOUS RUMORS eine zwiespältige Sache. Beständig veröffentlicht die Band zwar seit fast dreißig Jahren schöne Power Metal Alben, doch was das Line Up angeht, da scheint sich das Besetzungskarussel, vor allem seit der Jahrtausendwende immer schneller zu drehen. So ist es nicht verwunderlich, dass nach dem letzten Werk „Electric Punishment“ mit Bob Capka an der Gitarre und Tilen Hudrap am Bass neue Instrumentalisten zum Bandgefüge dazustießen, dass jedoch Shouter Brian Allan nach exzellenten Leistungen auf den letzten beiden Platten wieder geschasst wurde, wundert da allerdings mehr. Neuzugang Nick Holleman ist gerade mal 21 Lenze alt, doch wenn man seine Darbietung auf dem neuen Live Album hört, muss man unweigerlich an den großartigen Carl Albert (R.I.P.) denken. Der Band ist es außergewöhnlich gut gelungen, die enorme Live Power auf Platte zu bannen – ein Schelm, wer dabei an Nachbearbeitung denkt, hehe! Unter den 13 vertretenen Songs sind viele Klassiker aber auch starke neue Nummern. Der Sound und die Gesangsleitung übertreffen dabei sogar den starken Live-Vorgänger “Live You to Death” und machen klar, warum Bandleader Geoff Thorpe einen solchen Jungspund in die Band holte und diesmal selber hinter den Reglern saß. Nick Holleman klingt wie ein alter Hase und hat eine famose Technik. Überhaupt präsentiert sich das neue Line-Up wie eine gut geölte Maschine. Die ersten fünf Stücke vom legendären „Digital Dictator“ Album sind schon überaus beeindruckend dargeboten, doch der Reigen wird ebenso gekonnt weitergeführt. ViciousRumours-courtesy of Steamhammer SPVZwei Killertracks vom letzten Studioalbum “Electric Punishment” folgen, die sich wunderbar ins Programm einfügen ('I Am The Gun' & der Titeltrack). Auch die weiteren Klassiker sollten jeden Freund des US Power Metal frohlocken lassen und stammen von den großartigen LPs “Welcome to the Ball” und “Vicious Rumors”. Der Abschluss der Show ist wie immer 'Soldiers of the Night' vom famosen 1985er Debüt. Schade, dass es keine Nummer von „Word Of Mouth“ in das Set geschafft hat, dass für den Verfasser dieser Zeilen ebenfalls einen Klassiker darstellt!!! Die tolle Leistung von Nick Holleman und die letzten beiden guten Scheiben, lassen darauf hoffen, dass der nächste Output wieder an die glorreichen Werke der US Metaller heranreicht. Vielleicht sollte Geoff Thorpe sich wieder mit Marc McGhee zusammentun, der den Sound über 10 Jahre und während der besten Platten-Phase maßgeblich mitgeprägt hat. In der Zwischenzeit werde ich mir dieses tolle Live-Album noch einige Male zu Gemüte führen! Album-VÖ: 16.06.2014 (Photo courtesy of SPV)