(Nuclear Blast) Totgesagte leben doch manchmal länger. Nach dem desaströs schlechten letzten Longplayer "We Rule The Night", der viel zu arg nach Schema-Charts gestrickt war, brach die Band auseinander, da einige der Mitstreiter überaus unzufrieden mit dem poppigen Ergebnis waren. Doch während die Ex-Mitglieder sich nach und nach zu The Unguided (wenn das mal nicht ein Seitenhieb auf die Ex-Kollegen ist!) formierten und zwei Scheiben veröffentlichten, blieb es im SONIC SYNDICATE-Lager auffallend ruhig. Erst jetzt meldet man sich zurück und setzt ein musikalisches Statement. Und was für eins! Verschwunden sind die programmierten unsäglichen E-Drums und die 08/15 Modern-Rock-Arrangements. Dafür regiert wieder deutlich mehr Härte. Schon im Opener 'Day Of The Dead', der vielleicht der „Totgesagten“-Metapher Tribut zollt, zeigen sich SONIC SYNDICATE so deftig wie lange nicht mehr und Sänger Nathan J. Biggs präsentiert sein wüstes Brüllorgan. Natürlich wird das Stück von einem Clean-Gesang-Chorus gekrönt aber dafür stand die Band schon mit ihrem Major-Debüt. 'Black Hole Halo' beginnt sehr elektronisch und lässt Schlimmes befürchten, doch die Sorge ist umsonst, denn gleich nach dem Intro kippt das Stück zum wahren Banger! Auch hier ist die Strophe gebrüllt und der Refrain harmonisch. Der schnelle Nackenbrecher 'Long Road Home' könnte vom Independent Debüt der Formation stammen, so mächtig wird aufs Gaspedal gedrückt. Schöner schwedischer Death Metal wird hier zelebriert, dass es eine Freude ist. Es wird so derbe gegrunzt, dass man meint, die Combo möchte es ihren Ex-Mates so richtig zeigen, was eine Kante ist. Apropos Kante, auch 'My Revenge' ist ein krasser Double-Bass-Rocker, der aggressiv nach vorne peitscht. Das Stück entwickelt sich im Verlauf zu einer bitterbösen Hymne. Dann folgt die erste Single und ein wahrer Höhepunkt namens 'Before You Finally Break', bei dem sich Soilworks Shouter Björn 'Speed' Strid zur Band gesellt. Der Refrain ist Weltklasse, aber auch die Gitarrenarbeit ist gelungen, wird sich live aber nur mit zwei Gitarristen adäquat umsetzen lassen, auch wenn sich Klampfer Robin Sjunnesson redlich müht. 'Catching Fire' läßt den Hörer ebenfalls nicht zur Ruhe kommen, auch wenn der Chorus etwas ruhiger ausgefallen ist. Man fragt sich hier wirklich wie Mr. Biggs diese krasse Doppelbelastung von Pressgeang und Clean-Gesang live hinbekommen will. Wie passend, dass er dem Hörer und sich selbst mit der nachfolgenden Ballade quasi die nötigen Zeit zum Runterkommen gewährt. Schön gesungen mit stimmungsvollem Aufbau ist 'Unbreakable' eine gelungene Radio Single. 'It Takes Me' zieht das Trempo wieder deutlich an und ist auch vom Riff tief im „Schwedentod“ verwurzelt. Manchmal fehlen aber zweistimmige Gitarrenläufe, die ein solches Stück noch interessanter machen würden. SonicSyndicate2014e'See What I See' macht ebenfalls keine Gefangenen, bleibt im Hochtempobereich, zumindest in der Strophe. Ein schöner Refrain krönt den Song, dem die krassen Wechsel zwischen Härte und Melodie spannend halten. 'So Addicted' ist ein echter Metal-Rocker und die perfekte zweite Single. Das Stück hätte auch auf "Only Inhuman" stehen können. Nathan zieht hier alle Register seines Könnens und präsentiert die ganze Bandbreite seiner Stimme! Sehr gelungen. Oft gehen Platten ja gegen Ende die guten Songs aus, nicht so bei SONIC SYNDICATE, die mit dem Abschluss-Track 'The Flame That Changed The World' eines der besten Lieder bis zum Schluss aufbewahren. Kaum zu glauben, wie gut das Quartett noch mal die Kurve gekriegt hat und ein packendes Album mit dem vermissten Härtegrad vertont hat, das viel Spaß macht. Natürlich wird hier nicht das Metal-Rad neu erfunden und wer die Band bislang nicht mochte, wird auch hiermit nicht bekehrt. Jedoch dürfen alle abgewanderten Fans erhobenen Hauptes zurückkehren und sich an den 11 Stücken des Neuanfangs erfreuen! Jetzt darf man nur gespannt sein, ob die Live-Umsetzung ebenso beeindruckt wie die Platte! Album-VÖ: 04.07.2014 (Photos courtesy of Nuclear Blast)