(Epitaph) Nach einem erneuten, unerwarteten Wechsel am Mic zwischen Zoli Teglas (Ignite, ex-Pennywise) übernimmt nun doch wieder good old Jim Lindberg mit dem aktuellen Release "Yesterdays" bei PENNYWISE wieder eindrucksvoll das Zepter. Da sich das Vorgängeralbum "All Or Nothing" laut Entscheidung der Band nicht in ihre Discographie einreiht, starten die Jungs nach 11 vergangenen Alben wieder bei Null. Im Hause PENNYWISE hat sich nämlich interessantes, bisher nicht verwendetes Songmaterial angefunden, welches noch aus der Feder des 1996 verblichenen Ex-Bassisten Jason Thirsk stammte. Die Jungs nahmen sich diese Entwürfe zur Brust und bastelten sozusagen ein Tribut an ihren Ex-Bassisten, welches gleichzeitig eine Welcome Back-Party für Jim Lindberg war. Wir bewegen uns damit musikalisch und bildlich 25 Jahre zurück in die Bandgeschichte , denn das Retrocover erzählt schon anhand kleiner Details wie ein Demotape, alte Konzertflyer sowie einem Hinweis ihrer ersten Auftritte in ihrer Heimat Hermanosa Beach von ihrem Werdegang. Für Fans der ersten Stunde sicher eine spannende Sache, denn die Songs stammen aus bzw. vor der Zeit ihrer ersten EP "Wildcard: A Word From The Wise", so dass wir nicht unbedingt mit einer musikalischen Anknüpfung an das 2008er Album "Reason To Believe"rechnen können. Das Teil klingt nämlich so: Alle neun Songs sind natürlich in einem modernen Gewand, da sie ja das erste Mal das Licht der Welt erblicken, dennoch bekommen wir einen derben, kompromisslosen Punk'n'Shout-Oldschool-Sound um die Ohren , der sich gewaschen hat. Hymnenhaft geht's zur Sache z.B. bei 'Noise Pollution', welches erstmal wieder mit gewohnter Geschwindigkeit sowie auch mit gelungener Melodie aufwartet. Achtung, ihr bekommt wirklich wieder Bock, eure alten verstaubten Skateboards rauszuholen und im Pool eurer reichen Nachbarn eine Show abzuziehen, denn eine richtige Battlehymne ist mit Abstand 'Public Defender' denn Fletcher Dragge's Gitarrenriffs sind da klar auf Angriff gepohlt, so dass wir an dieser Stelle gar nicht anders können, als steil zu gehen. Nun werden bestimmt einige von euch gedacht haben, häh, da sind doch 11 Tracks drauf!? Pennywise finger by Kane HibbardGenau das stimmt auch, denn die Songs 'No Way Out' und 'Slow Down' sind zwei neu eingespielte Klassiker der "Wildcard"-EP und des "Unknown Road"-Albums von 1993 und machen auch in der Neuaufmachnung eine gute Figur. Ja ja, viele Erinnerungen kommen einem da in den Sinn, wenn man diese Platte hört und dabei auf keinen Fall still sitzen kann! Auch PENNYWISE empfinden es wohl ähnlich, denn mit 'I Can Remember' bekunden sie selbst die guten alten Zeiten, die sie zelebriert haben. Fazit: Ein gelungenes erstes Konzeptalbum der Band, wie ich finde. Es klingt zwar alles irgendwie ähnlich, jedoch geht es mir um die Message, welche sehr gut bei mir ankommt. Zudem eine glaubhafte Einleitung zu einer neuen Ära PENNYWISE, welche hoffentlich noch lange andauern wird. Ich hätte ja beinahe alle Blitze verschossen, aber das Teil geht nur ne knappe halbe Stunde, so dass es schon fast als EP mit dem Namen "Wildcard: One More Word From The Wise" durchgehen könnte, jedoch wie gesagt alles super mit 5,5 Blitzen. Album-VÖ: 11.07.2014 (Photo by Kane Hibbard)