(NFP Marketing and Distribution) In 2 Wochen wird es wieder so weit sein und ungefähr 75.000 Menschen werden zum 25. Mal in das kleine schleswig-holsteinische Dorf Wacken pilgern, um das WACKEN-Open-Air zu feiern. Bereits im Jahr 2007 lief ja mit Full Metal Village ein Film in den Kinos, welcher sich auch am Rande mit dem Festival beschäftigt hat. Allerdings ging es in dieser Studentenarbeit der Südkoreanerin Sung-Hyung Cho, mehr um die Bewohner des Dorfes und wie sie normalerweise leben. Mit WACKEN 3D kommt nun also der erste richtige Film, der sich nur mit dem Festival an sich beschäftigt. Gedreht wurde das Ganze auf dem letztjährigen W:O:A und natürlich kommt es dann auch, wie heutzutage jeder zweite Film, in 3D daher. Die gute Nachricht daran, es wurde tatsächlich mit 3D Kameras gedreht, was die Erwartungen wieder etwas steigen lässt. Was genau einen mit diesem Film erwartet und ob sich der Kinobesuch auch für Nicht-WACKEN-Gänger lohnt, ist also die Frage der Stunde, wo der Verleih doch in seiner Pressemitteilung zum Film eigentlich nur Superlative benutzt. Wir können euch diese Frage schon vor Kinostart beantworten, da wir den Film im Rahmen einer Pressevorführung in Hannover sehen durften. Das war dann auch nicht wirklich Festivalfeeling, da neben mir von gestromt.de nur zwei weitere Personen gekommen waren. Da versteht man schon, warum so selten Pressevorführungen hier stattfinden. Aber nun zurück zum Film. Alles fängt dann auch mit einer zu 100% gestellten Aufnahme eines Metalheads an, der einsam und alleine über die einsamen Feldwege in Wacken läuft. Doch bereits darauf sehen wir Aufnahmen vom Aufbau der Bühnen im Zeitraffer und dann ist es auch schon so weit und die Menschenmassen rollen an. Was sich nun entfaltet, ist wirklich ein Film, der das Festival chronologisch abarbeitet und sich immer strikt in den Grenzen des Festivalgeländes bewegt. Außer einer Szene innerhalb des Schwimmbads und einer kurzen Aufnahme des örtlichen Supermarkts erfährt man so gut wie gar nichts vom Geschehen innerhalb des Dorfes an sich. Irgendwie ein bisschen schade, da es schon immer ein verdammt beeindruckendes Bild ist, wenn die Hauptstraße von Menschenmassen überrannt wird. Full Metal Village zeigte uns ja auch nur das Leben der Bewohner, also wäre es eigentlich auch mal ganz nett gewesen, mehr von den Fans innerhalb des Dorfes zu sehen. Allerdings geht der Film ja auch nur schlanke 90 Minuten und laut den Machern war es auch nur das Ziel, das Festival an sich zu zeigen. Der Aufbau des Films ist dabei sehr interessant, über die drei (eigentlich sind es ja vier) Tage des Festivals begleitet man nämlich immer wieder dieselben Menschen. Unter anderem eine junge Taiwanesin, die extra für das Festival nach Deutschland reist und einen jungen deutschen Mann. So kriegt der Zuschauer wirklich eine kleine emotionale Bindung zum Geschehen und wird nicht ständig mit aus dem Kontext gerissenen Szenen konfrontiert, sondern folgt einfach dem Tagesablauf einer Handvoll Menschen. Neben diesen Besuchern hat der Film allerdings noch einen anderen großen Schwerpunkt und zwar das Wacken Metal Battle. Dies ist eine große weltweite "Talentshow", bei der Nachwuchsbands antreten und die Gewinner eines jeden Landes duellieren sich dann auf dem Festival um einen Plattenvertrag. Der Film verfolgt dabei die mongolische Band Nine Treasures, die Rumänen von God - The Barbarian Horde und Rotten State aus Uruguay. Gerade diese Szenen sind dann sehr erfrischend, weil man als Besucher von diesen Bands ja nicht viel mitkriegt. So ist es interessant anzusehen, dass diese kleinen Bands auch nur einen Zeltplatz reserviert kriegen und somit nicht groß anders als die Besucher behandelt werden. Natürlich wird dabei groß die Werbetrommel gerührt und es wird betont, was für eine große Ehre es ist, auf dem Festival spielen zu dürfen, usw. Mit bestimmt 30 Minuten ist dieser Part dann auch ziemlich lang, aber die Mongolen zu beobachten, ist nicht nur sehr interessant, sondern auch sehr spaßig. Wacken Filmfoto courtesy of NFP marketing and distributionUnd was sieht man sonst noch so? Natürlich Bands, wobei die wenigstens Songs in voller Länge ausgespielt werden. Lediglich Rammstein und Alice Cooper, werden nicht vorläufig ausgeblendet. Wobei diese Autritte sowohl musikalisch als auch optisch wahre Highlights sind und einen Höhepunkt des Films darstellen. Aber man sieht nicht nur Auftritte, sondern viele Künstler kommentieren auch das Festival und das Geschehen an sich. Da sind dann ein paar echte Lacher dabei und so manche Aussage wird einem noch länger im Kopf bleiben und wohl demnächst auch öfter zitiert werden. Aber auch hier wird dann wieder viel Werbung eingesetzt, wenn es heißt, so ein Festival wie dieses gibt es nur einmal auf der Welt. Aber die Mischung der Bands und Musikstile ist gut gelungen und der Ton kommt druckvoll aus den Kinoboxen. Das Wichtigste für mich ist aber fast, dass der Film ein wirklich gutes Festivalfeeling vermittelt. Auch wer noch nie auf einem war, weiß nach diesem Film wirklich, was da alles so passieren kann. Von Helga-Rufen, bis  "Show Boobs for Beer"-Schildern ist eigentlich alles vertreten. Und wer selber dabei war, erkennt sofort alles wieder. Die Macher hatten dabei wirklich ein gutes Gespür für Humor und Situationskomik. Da ist dann z.B. die besagte Szene im Schwimmbad, komplett unkommentiert, und allein das, was einem da optisch geboten wird, sorgt unweigerlich für Lacher. Es wirkt wirklich wie ein kleines Best-Of des Festivals und ist somit vor allem für die Leute zu empfehlen, die 2013 selber da waren. Und was ist nun mit dem 3D? Es ist wirklich gelungen! WACKEN 3D ist ein klarer Spaßfilm und genau so wird auch der 3D-Effekt eingesetzt. Das heißt nicht nur ein bisschen Tiefe hier und da, sondern die volle Ladung Pop-Out-Effekte. Auch die Tiefe ist hervorragend, aber ständig kommt dem Zuschauer etwas entgegen, ob das nun Seifenblasen, Plastikschwerter oder Luftballons sind, alles wirkt so, als ob es direkt in den Kinosaal hineinragt. Vor allem Rammsteins Performance von 'Du Hast' profitiert enorm von dem 3D-Effekt. Die großartigste Szene gibt es aber erst gegen Ende des Films, als es dann ordentlich schüttet und alles voller Matsch ist. Dort kommt dann eine überlange Szene, wo in Superslowmotion und mit Opernmusik unterlegt zu sehen ist, wie sich Leute immer wieder in den Schlamm werfen. Und dabei fliegt dann der Matsch nur so durch den Kinosaal, ein ganz starker Effekt, auch wenn hier ganz offensichtlich viel mit dem PC nachgeholfen wurde. Nach 90 Minuten ist dann alles vorbei und dann es ist auch gar nicht so schlimm, dass man gerade nur einen Werbespot für das W:O:A gesehen hat. Die Musik ist super ausgewählt und vor allem ist  alles so kurzweilig gehalten, das man nie Langeweile verspürt. Optisch hat der Film zwar eine komische Farbsättigung und wirkt etwas blass, aber man sieht endlich mal wieder, wofür man an der Kasse den 3D-Aufschlag bezahlen musste. Das ist ja heutzutage nur noch bei den wenigsten Filmen der Fall. Ein bisschen mehr über die Geschehnisse auf der Strasse und etwas weniger Metal Battle und ich wäre wohl vollends zufrieden gewesen. Und für wlche Zielgruppe ist der Film nun geeignet? Also auf jeden Fall für Besucher der Festivals, aber auch Metalfans an sich, die sich sicherlich, auch wenn sie nie in Wacken waren, in der ein oder anderen Szene wiederfinden werden. Wer nicht viel mit solcher Musik am Hut hat, für den wird es dann schon schwerer. Aber auch als solcher kann man sicherlich viel Spaß mit dem Film haben, wenn der Zuschauer interessiert daran ist, zu erfahren, was wirklich auf einem Festival passiert. Und das Metalfans nicht die schwarzen, bösen Menschen sind, wird selbstredend auch klargestellt. (photos courtesy of NFP marketing and distribution)