(Lifeforce Records)

Es dauert nicht allzu lange, da spürt man, dass CONFESSION auf ihrem neuen Album "Life And Death" etwas zu sagen haben. Auch, wenn der Sound der Band aus Melbourne zunächst nicht darauf schließen lassen würde, dass es hier um mehr als nur verbales Brüll-brüll-brüll geht: diese Scheibe ist sehr persönlich geworden. Frontmann Michael Crafter (I Killed The Prom Queen) schreibt hier über Leben, Krankheit, Überlebenskampf und letztlich Tod. Alles dreht sich um die letzten zwei Jahre seines Lebens, und die müssen, gemessen an der Emotionalität, die dieses Release versprüht, verdammt noch mal hart und traurig gewesen sein.

Diese Emotionalität ist es letztlich auch, die der Band diese unglaublich hohe Wertung einbringt, denn machen wir uns nichts vor: technisch sonderlich anspruchsvoll ist das alles nicht gerade, aber wirkungsvoll und tight. Man merkt recht gut, dass Crafter zwischendurch auch mal bei Bury Your Dead tätig war, denn die Songs haben schon einen gewissen Hang dazu, simples Stakkato-Gewalt-Mosh-Riffing bis zum Exzess zu betreiben.

Was mir aber an "Life And Death" sehr gut gefällt, sind die dezenten, nicht übertrieben eingesetzten Synthesizer-Streicher-Ensembles, selten auch mal clean gesungene Chorpassagen, die im restlichen Soundgewitter wie einzelne Sonnenstrahlen hervorstechen und die gesamte Stimmung der Scheibe mitbestimmen.

Soundgewitter ist übrigens nicht negativ gemeint. Für dieses amtliche Brett zeichnet sich Dan Castleman verantwortlich, der auch schon für As I Lay Dying oder Impending Doom die Regler geschoben hat. Satt, druckvoll vor allem im Bassbereich, aber dabei nicht totkomprimiert.

CONFESSION-courtesy-of-lifeforce-recordsWäre Crafters Gesang jetzt noch ein bisschen variabler, ich würde das neue CONFESSION-Album wahrscheinlich in Endlosschleife rauf und runter hören, bis es mir aus den Ohren rauskommt oder ein anderes grandioses Werk mich voll umhaut. Diese leichte Limitation und die Tatsache, dass man schon das ein oder andere mal etwas individueller hätte klingen können, machen auf der Negativseite der Waagschale aber im Vergleich zur Emotionalität der Scheibe lediglich einen kleinen Abzug von o,5 Blitzen aus. Bombe! Anchecken!

Album-VÖ: 18.07.2014

(Photo courtesy of Lifeforce Records)