(eOne Music) Ich gestehe, dass ich bis heute nichts von WITHIN THE RUINS gehört hatte. Der Name an sich hätte mich wahrscheinlich auch nicht zwingend dazu gebracht, der Band ein Ohr zu leihen, viel zu abgedroschen und klischeehaft klingt das. Zum Glück habe ich ein Ohr geliehen, denn jenseits von Deathcore, Metalcore, Djent und dergleichen schaffen die Herren etwas, was ich nur schwer in Worte zu fassen vermag. Fakt: ''Phenomena'' geht von der ersten bis zur letzten Sekunde auf die Fresse! Fakt: ''Phenomena'' ist dabei keinesfalls langweilig oder gar simpel! Fakt: Selten hat ein progressives Album so heavy geklungen. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit verbinden die Herren all diese einzelnen Stilrichtungen und legen dabei ein Tempo vor, wie man es eigentlich nur von Bands erwarten würde, die im Progressiv-Bereich angesiedelt sind. Die in der Bandinfo genannten Vergleiche mit Between The Buried And Me, The Faceless und Meshuggah sind schon ziemlich treffend, aber mir fehlt da noch etwas Wichtiges bei: Commodore 64. 64-Bit-Gedudel hat bei WITHIN THE RUINS einen sehr hohen Stellenwert, ohne dabei aber irgendwie an Techno-Core zu erinnern. Vielmehr wird hier auch teilweise mit der Gitarre versucht, auf ähnliche Art Klänge zu erzeugen. Ohnehin ist ''Phenomena'' vollgepackt mit spannenden Gitarren-Effekten, die man sonst nur aus dem Testlabor der Multieffektboard-Hersteller kennt. Horse The Band oder Rings Of Saturn lassen grüßen. Das alles ergibt eine superspannende Symbiose aus „geil“, „hammerhart“ und „übelst anstrengend“. Man muss schon ein etwas dickeres Fell haben, um die Gitarren-Gedudel-Orgien über sich ergehen zu lassen. Etwa 1-2 Durchläufe von Fredrik Thordendal's Special Defects als Aufwärm-Übung wirken da Wunder.

within-the-ruins-by-Jeremy-SafferWir hoffen inständig, dass WITHIN THE RUINS mit ihrem Album die Aufmerksamkeit erhalten, die sie schon für das technische Können, welches sie hier gelungen in Songstrukturen verpacken, verdient haben. Es gibt viele Bands, deren einzelne Musiker zeigen, was sie so alles auf dem Kasten haben, aber bei den meisten wirkt das dann auch wie eine Machtdemonstration. Hier beschleicht einen das Gefühl, dass die Songs so und auch nur so funktionieren, dass das da einfach hin gehört, hin gehören muss! Diese Scheibe wird noch häufiger bei mir rotieren…

ALBUM-VÖ: 22.07.2014

(Photo copyright by Jeremy Saffer)