(AFM Records/ Soulfood) Wenn man es nach vorhandenem Liedgut betrachtet, so haben die EMIL BULLS mit Sicherheit für den Rest ihres Stage-Lebens ausgesorgt. Stets waren ihre Fans, mich eingeschlossen, mit dem verfassten Material richtig happy, so hat man in seiner 19-jährigen Bandgeschichte etliche Stile vereint. Angefangen mit New Metal, weiterführend mit Mainstream Rock, bis hin zu Metalcore lastigen Zügen, die BULLS haben stets und regelmäßig geliefert. Nun steht mit "Sacrife To Venus" ihr achtes und mit 15 Songs längstes Album vor seiner Taufe. Wir sind gespannt, was Christoph von Freydorf und Konsorten hier abliefern. 'The Grave' knallt bis zum Chorus schonmal sehr hart. Dann setzt ein BULLS typischer, an Hubert Kah's 'Sternenhimmel' erinnernder Ohrwurm ein. 'Hearteater' bringt die neue Härte der Münchener ebenfalls auf den Punkt und bringt schöne Tempiwechsel ins Spiel. Mit 'Pants Down' lassen wir die Hosen runter und pumpen den ganzen Rotz inklusive Elektrospielereien aus den Boxen. 'I Wanna Feel You' ist eines der Liebeslieder auf der Scheibe und gibt dem Hörer etwas Zeit zum Verschnaufen. Auch 'Rainbows And Butterflies' klingt vom Titel her so und fängt sogar sehr zart an, um uns dann eines Besseren zu belehren, ohne im Härtegrad allerdings die ersten Songs auf "Sacrifice To Venus" zu toppen. Das geschieht dann bei 'The Way Of The Warrior'. Diese Nummer drückt uns nicht nur an die Wand, sondern teilt uns mit feiner Klinge einmal längs. Der Song 'The Reckoning' hat einen sehr relaxten und mitsingbaren Chorus, wirkt aber beim Rest alles andere als ausgeglichen, allerdings ist ausfaden zu sehr 90er. EMIL BULLS Press 3-courtesy of AFM Records'The Age Of Revolution' ist eine Hymne und wird den Fans live beim Mitsingen richtig Spaß bringen. Der Titelsong haut uns ein wenig Rap-Vocals um die Ohren und klingt auch sonst mächtig nach Crossover. Hört euch diesen Song intensiv an und sagt mir dann, ob ihr auch immer "Penis" versteht. Der Film 'Gone Baby Gone' ist sehr cool und dieser Song auch. Das zweite Liebeslied säuselt uns Zärtlichkeiten ins Ohr und treibt uns in rockigere Gefilde. Diese werden dann mit 'Man Or Mouse' zugunsten hartem Mitsingfaktor wieder verlassen. Einige Gesangsmomente erinnern dabei an Wayne Static. 'Keep On Dreaming' ist dann wieder voll und ganz EMIL BULLS und darf abgefeiert werden. 'Behind The Sun' klingt schwer und melancholisch. Ich mag zwar nicht unbedingt Vergleiche, aber Chino Moreno lässt ein paar inspirierende Grüße da. Auch 'Dear Sadness' kann wunderbar als Rausschmeisser verwendet werden und bereitet den Weg zur letzten Nummer des Tages 'The Night Is Our Weekend'. Und da gibt’s dann noch ein wenig Tempo und Punk um die Ohren. Passt gut und schließt den Kreis um die EMIL BULLS anno 2014. Viele Songs, viele Einflüsse, viel Wiederkehrendes. Man hat nicht selten das Gefühl, die Bayern spielen sich durch alle Dekaden ihres Schaffens. Hoffen wir nicht, dass das als Zeichen des Aufhörens zu werten ist. Denn auch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte braucht die deutsche Musiklandschaft ihr rockendes Aushängeschild noch. Live im Herbst und ich bin dabei. Album-VÖ: 08.08.2014 (Photo courtesy of AFM Records)