Mike Mangini – der Mr. Miagi des Schlagzeugs und schnellster Trommler der Welt – lud uns vor dem Open Air Gig im Hamburger Stadtpark zur Audienz. Dabei verriet er, welche Teile im Gehirn aktiviert werden müssen, um die Musik von DREAM THEATER verstehen zu können, warum er sein Leben auf deutsche Fußballerqualitäten verwettet und warum Mathe gar nicht so schlimm ist. Dazu gab es eine Gratis-Stunde im Schlagzeugspielen vom Meister persönlich für die Anfänger-Drumsel der gestromt.de-Redaktion. Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zur Nominierung bei den Prog Awards! Ihr seid in vier Kategorien nominiert! Vielen Dank! Das Konzept der heutigen Show 'Along For The Ride – An Evening with DREAM THEATER' ist in einer eigenen Kategorie nominiert. Inwiefern unterscheidet sich der Abend von anderen DREAM THEATER-Shows? Ja! Gehst Du hin oder hast Du es bereits gesehen? Ich werde heute Abend dort sein! Dann wirst Du es sehen! Es wird ganz anders! Niemals in der Geschichte DREAM THEATERs wurde die Musik so minutiös auf eine Videoinstallation zugeschnitten. Es ist exakt auf die Sekunde abgestimmt – den ganzen Abend lang. Zu Beginn hat das auf mich großen Druck ausgeübt. Aber ich bin es aus den Zeiten mit Steve Vai gewöhnt, mit viel Technik zu arbeiten. Und damals habe ich das alles organisiert. Ich kenne also diese Art von Druck; aber mit der Musik von DREAM THEATER ist es anders. Du darfst keine Note verpassen. Wenn Du einen Ton verhaust, ist das ganze Video falsch. Und DREAM THEATER Fans kennen jeden einzelnen Ton, jede Kleinigkeit. Nach dem Motto: Ha! Jetzt hat er die Bell statt dem Splash-Becken gespielt! Haha! Ja, genau! Gestern Abend war es total witzig. Es war sehr heiß und wir waren müde, aber wir hatten so viel Spaß! Wirst Du ja sehen! Jedenfalls hatte ich grad richtig Spaß. Ich schaute wegen irgendwas zu John Petrucci rüber und ließ einen Schlag auf die Snare-Drum aus. Aber einen richtig wichtigen! Die Jungs sind Profis und keiner von ihnen drehte sich um. Aber ich musste so lachen! Ich hab mich nicht mehr eingekriegt, da ich ins Publikum schaute und sah Leute die mich anlachten, wie: 'Ja, ja! Verhauen!' Ich finde das fantastisch! Wenn ich im Publikum wäre und sehen würde, dass der Musiker mich anschaut und weiß, dass ich weiß, was er weiß, würde mir das großen Spaß machen! Bist Du denn vor Shows noch nervös? Hast Du ab und an Auftrittsängste? Naja, es ist so: Jeder kennt Nervosität. Über die Jahre habe ich einige Bücher über Psychologie und Wahrnehmungsforschung gelesen. So bin ich eben. Ich drehe auf Adrenalin und Aufgeregtheit hoch. Man hat die Wahl: entweder lässt man sich durch die Nervosität einschüchtern oder davon antreiben! Es ist sehr, sehr schwierig, sich zu entscheiden und umzuschalten. Es passiert schon ab und an. Es gab Momente auf der Bühne, wo ich fühlen konnte, wie die Nervosität in mir hoch kroch. Irgendwas ist falsch. Irgendwas ist kaputt. Für eine Minute oder so werde ich dann sehr nervös aber (Mike holt tief Luft) ich weiß, wie ich umschalte. Aus Deinen Zeiten als Dozent an der Musikhochschule in Berklee stehen immer noch die Lehrpläne für die Abschlussprüfungen im Internet. Dort steht, dass es Dir große Freude macht, die Studierenden, was ihre Auftrittsangst angeht, richtig schön zu veralbern. Aber im Ernst: Wie schaffst Du es, dass Schüler ihre Auftrittsängste überwinden? Haha! Das war der Grund warum ich, zumindest laut Ansicht der Studierenden, ein sehr erfolgreicher Dozent war. Sie haben mich zu einem der besten Lehrer in den Vereinigten Staaten gewählt. Das ist eine sehr große Ehre. Es geht dabei um mehr, als nur Schlagzeug spielen. Der Grund warum ich darauf so stolz bin, ist folgender: Ich bin in der Lage, jemanden zu verändern, der keine – wirklich überhaupt keine Ahnung hat, was er tun soll. Und ich verschaffe ihnen Erfolgsmomente. Wie ich das mache? Es geht um mentale Vorbereitung in Form von Visualisierung. Nutze Deine Vorstellungskraft! Zum Beispiel: Sie sollten sich vorstellen, im Prüfungsraum zu sitzen. Sie sollten sich vorstellen, dass der Lehrer sie schwer kritisiert. Sie sollten sich vorstellen, wie sie verletzt und wütend sind und mit dem Gefühl des Versagens nach Hause gehen. Ich lasse sie all das sehen. Ich nutze Angst für etwas Gutes. Ich lasse sie das alles sehen und dann wissen sie es einfach! Auf diese Art und Weise haben sie das alles schon einmal erlebt, wenn sie dann irgendwann einen Auftritt haben. Sie wissen dann, dass sie möglicherweise Fehler machen. Weitermachen! Lächeln. Stark bleiben. Mit dem Publikum andocken. Vermisst Du das Unterrichten? Würdest Du zurück nach Berklee gehen? Ich werde immer unterrichten. Ich denke darüber, nach Master-Classes online zu unterrichten. Du hast ja bereits einige Videos gemacht… Ja, aber ich will es auf ein ganz anderes Niveau bringen! Ich habe zwei wunderbare Studioräume, um das zu tun. Was jedoch das Unterrichten in einer Institution angeht, reizt mich das aktuell überhaupt nicht. Sie lassen dich nicht gehen. Wenn ich eine solche Institution wäre und einen berühmten Musiker angestellt hätte, würde ich wollen, dass er raus geht und Jobs macht, mit Magazinen spricht. Aber in Berklee ist das alles sehr schwierig. Sie wollen nicht, dass du irgendwas anderes machst oder der Schule fernbleibst. Du warst dort zudem als Führungskraft ziemlich eingebunden…. DreamTheater2_Charlotte WalklingJa, genau. Mein Problem war aber eher, dass – solange die Studierenden alle Materialien bekommen – es eigentlich egal ist, wer da jede Woche vor ihnen steht. Um uns Lehrer als Geiseln zu halten, hat man uns gesagt: Die Studierenden haben sich für Deinen Kurs angemeldet, also musst Du auch die ganze Zeit vor Ort sein. Dafür zahlen sie schließlich. Ich sehe das anders. Nehmen wir mal an, ich würde jetzt gern Golfen lernen und ich könnte mir ein paar Golfprofis aussuchen und hätte auch das entsprechende Geld, drei Monate Zeit und einen ausgeprägten Willen zu lernen: Ich fände es absolut in Ordnung, wenn der Golfprofi dann zu mir sagen würde, ‚Hey, wir haben drei Monate. Davon unterrichte ich Dich sieben Wochen und ein anderer Lehrer unterrichtet Dich die übrigen Wochen, während ich Turniere spiele‘. Ich fände das super! Der Golfprofi ist da draußen und konkurriert wirklich! Er kann mir wertvolle Informationen mitbringen. Also, nein. Ich bin nicht bereit, in eine solche Institution zurückzukehren, wo ich in einen Raum gesperrt werde. Was könnte ich da den Studierenden bieten? Im Moment kommt das einfach nicht in Frage. Wenn ich alt-alt-alt bin vielleicht. Wir werden niemals alt sein! Stimmt! Wer ist schon alt? (lacht) Dafür ist jetzt mehr Zeit für anderes. Planst Du Drum-Clinics? Vielleicht sogar in Europa? Ja, das werde ich! Ich habe ein paar Gastauftritte in verschiedenen Läden angeboten, aber so kurzfristig konnte das nicht arrangiert werden. Auf der letzten Tour habe ich überhaupt nichts gemacht. Keine Clinics, keine Autogramme… schau mich an. Ich bin total fertig (lacht)! So müde siehst Du gar nicht aus! Du hältst Dich wacker! Du hast mal gesagt, dass Du nach dem Ende der Tour die Dinge üben möchtest, die Du an den Drums bisher nicht bewältigst. Ich kann mir nicht vorstellen, was das noch sein könnte? Ich versuche es zu schaffen, dass meine linke Hand das tut, was die rechte macht. Dabei macht die rechte Hand meistens auch nichts richtig. Du bist ein Genie an den Drums! Was gibt es da noch zu lernen? Haha! Koordination und Verknüpfung. Hast Du einen Computer? Wenn Du keine Software hast, kannst Du auch keine Programme abspielen. Kein Mensch, kein Schlagzeuger, kein Musiker hat alle möglichen Verknüpfungen hergestellt. Durch Koordination sind wir an bestimmte Abläufe gewöhnt. Abläufe, die nicht gewohnheitsmäßig funktionieren müssen für das Gehirn hart erkämpft werden. Und das ist ein harter Kampf. Aber genau das ist es, was ich tue. Ich drehe alles um. Ich spiele rechts und ich spiele links, ich spiele über Kreuz. Ich spiele komplexer und weniger komplex, ich versuche schneller zu spielen (als ob das möglich wäre) aber dafür härter! (Mike trommelt begeistert auf dem Glastisch der Hotellobby). Was für Sticks benutzt Du zum Spielen – besonders bei der Geschwindigkeit sind die vermutlich sehr dünn? 7 a oder 7 b? Nein! Meine Sticks sind die schwersten auf dem Markt. 63 Gramm! Ein normaler Stick in der gleichen Größe hat nur 35 Gramm Gewicht. Der Grund für das Gewicht ist, dass das Holz, Birke, mit einer Beschichtung überzogen ist, die sehr, sehr schwer ist. Sehr viel schwerer als Holz. Im Grunde ist es gar kein Holz-Stick mehr. Es ist ein gefaktes irgendwas. Die meisten Leuten denken, dass ich leichtere Sticks verwende, um so hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, aber ich nutze einen schwereren Stick, weil der besser vom Fell abprallt und ich einen guten lauten Klang erhalte. Ich drossle die Bewegung, finde die Balance Aus Deiner Sicht als Lehrer und Lernender: Worauf sollten sich Anfänger besonders fokussieren? Das wichtigste ist ohne Frage, dass man jemanden dazu bringt, dass seine Augen und Extremitäten zusammenarbeiten. Du darfst niemals die Augen zu machen, niemals wegschauen! Du kannst nicht nebenbei Fernsehen. Wenn Du sprechen musst, sprich Worte! Wenn Du beispielsweise das hier nicht könntest (Mike trommelt mit den Händen auf der Lehne des Sessels und dem Glastisch), dann ist das so, weil Du versuchst, zwei Dinge auf einmal zu tun. Aber nein! Du machst nur eine Sache! Bist Du soweit? Dann pass auf. (Er wiederholt den Ablauf und sagt dabei: Beide – rechts – beide – links – usw. Ich muss einsteigen und wir tappern im Chor: beide – rechts – beide – links…). Du hast es auf Anhieb verstanden! Man muss also den Leuten beibringen, es so zu machen. Wissen verändert den menschlichen Willen. Viele der Studierenden kommen zu mir mit gebrochenen Herzen, weil ihre Lehrer ihnen gesagt haben, dass sie nicht talentiert genug seien, um zu spielen. Das passiert ständig. Viele Lehrer wissen einfach nicht, wie man unterrichtet. Sie richten sich nach einem Buch oder haben studiert, wie man unterrichtet, aber oftmals wollen sie einfach keine Lehrer sein. Manche spielen sehr gut, aber sie können es nicht vermitteln. Sie denken, dass etwas zu zeigen und zu unterrichten das Gleiche sei. Aber das ist es nicht! Unterrichten bedeutet, dass man den menschlichen Geist, den Körper und das Herz versteht. MikeMangini_Charlotte Walkling Das wichtigste ist es also, dass man den Leuten ein Herz gibt, indem man es ihnen zeigt. Sie können es! Man muss nur die richtigen Worte sagen. Dann ist es egal, welche Art von Musik man spielen möchte. Es ist egal, ob jemand schnell oder langsam oder mittel oder groovy spielt. Ich werde ständig für Geschwindigkeit kritisiert. Die Band wird kritisiert. 'Ach die schon wieder… DREAM THEATER… die spielen zu viele Noten!'. Sowas lesen wir ständig! Man darf niemals die Kommentare im Internet lesen! Haha! Ja, aber hör mal! Dieses Interview ist für die Allgemeinheit, oder? Nicht nur für Drummer? Dann musst Du den Leuten sagen, dass es einen Bereich im Gehirn gibt – ich glaube der heißt irgendwas mit 'Berman' – und dieser Bereich ist nicht aktiv, wenn wir geboren werden. Man muss daran arbeiten. Das ist bewiesen! Es geht hier nicht um etwas, wo jemand glaubt, dass es so ist. Es ist 100%ig bewiesen. Das Massachusetts Institute of Technology hat das herausgefunden (Mike pocht bestimmend auf den Tisch). Yeah! Wir vertrauen dem MIT! Du musst zwei Dinge auf einmal lernen; so etwas wie Polyrhythms, um den Teil des Gehirns anzuschalten und zum Leben zu erwecken. Sobald das geschehen ist, wird DREAM THEATER zu Musik. Es ist nicht nur ein Haufen Noten und komplizierter Abfolgen. Es ist Musik! Denkt denn tatsächlich jemand auch nur für eine Sekunde, dass wir in DREAM THEATER das nicht für Musik halten? Dass es nur Noten sind? Wir denken, dass es Musik ist! Da unsere Gehirne so arbeiten, können wir das übersetzen. Für uns ist es wunderschön! Selbst wenn ich super schnelle, dynamische Tonabfolgen spiele, sehen wir alle das als eine Figur. Es ist ein Stück Kunst. Für uns ist es perfekt. Für die meisten Menschen ist es Lärm. Du lachst, aber es ist schon so. Wir werden nicht im Radio gespielt. Es ist eben nicht leicht verdauliche Kost. Ja, und willst Du wissen warum? Schau Dir doch die Welt an! Die Welt möchte schnelles Essen (Mike schnipst), Du möchtest Dein Hotel schnell (Schnips). Mein Masseur war heute verspätet. Ich will die Massage schnell (Schnips)! Alles sofort! Schnell, schnell, schnell (Tripleschnips). Wir sind so verwöhnt! Wir wollen das Telefon, das Handy, die SMS, die Wegbeschreibung. Schnell, schnell, schnell! Und, naja. Die Musik von DREAM THEATER gibt es eben nicht schnell. Du musst Dich dafür anstrengen. Ich denke, dass die meisten Menschen diesen Aufwand nicht betreiben wollen und daher auch nichts dafür übrig haben. DreamTheater_Charlotte Walkling Gleiches gilt auch für andere Musikstile, wie Jazz, und für anspruchsvolle Filme. Je mehr Tiefgang geboten wird, desto mehr musst Du auch darauf eingehen. Mehr Substanz erfordert mehr Anstrengung. Jetzt möchte ich Dir mal eine Frage stellen: Wenn Du einen Film siehst oder Musik hörst mit mehr Substanz, ist es das nicht immer wert? Ganz genau – abgesehen von wenigen Filmen, die dann wirklich nichts für mich waren. Haha. Ja, das stimmt. Aber weißt Du was? Um noch kurz von der WM zu sprechen. Deutschland spielt gegen Argentinien im Finale. Brasilien ist super sauer, weil es ihr Heimatland ist. Die können froh sein, dass sie es überhaupt soweit geschafft haben! Ich sag Dir mal was: Wenn Brasilien der Favorit und das beste Team wäre, ich würde mein Leben darauf verwetten, dass sie nicht so hart dafür gearbeitet hätten, wie Deutschland oder Argentinien. Denn die haben hart gearbeitet! Wenn Du Dir des Gewinnens zu sicher bist, hast Du keine Angst. Vielleicht haben sie ja auch sehr hart gearbeitet. Ich bin ja nicht allwissend, aber eins weiß ich: Wenn Du richtig hart arbeitest und dann gewinnst, dann gibt es nichts Besseres! Nichts! Um also noch einmal auf die Prog Awards von vorhin zurück zu kommen: Natürlich möchte ich, dass die Leute für uns wählen und sich unsere Sachen anhören. Wähl nicht irgendwas, wovon Du nichts weißt. Das wäre nicht fair. Wir arbeiten hart. Diese Show kostet uns so viel Geld, dass wir wirklich, wirklich reich sein könnten, wenn wir nicht dieses ganze Equipment mitnehmen würden. Aber darum geht es uns nicht. Wir investieren das Geld, weil wir noch 10 oder 15 Jahre spielen wollen. Wir wollen, dass die Leute die bestmögliche Show sehen. Und so leid es mir tut, ist da noch, dass wir die BESTEN sein wollen! Also legt man sich dafür ins Zeug! Es ist ja nicht so, dass ich Einfahrten kehren oder Rasen mähen muss, um meine Rechnungen zu bezahlen. Es geht uns gut. Und wir können davon etwas zurückgeben. Das kostet uns viel Geld und Aufwand, aber es ist es definitiv wert! Selbstverständlich möchte ich gewinnen! Ich möchte nicht sehen, wie irgendeine andere Band gewinnt, deren Album nicht so tiefgründig und großartig klingend und musikalisch ist, wie unseres. Um noch einmal auf Deine Art zu spielen zurückzukommen. Du sagtest einmal, dass Du mathematischen Mustern folgst, wenn Du spielst und auch Menschen in mathematische Muster einordnest. Ist Musik dann eher Wissenschaft als Kunst und Emotion? Es ist Wissenschaft. Klar. Und ich nutze Mathematik, um Inspiration und künstlerische Bilder zu kreieren. Einfache Multiplikation zum Beispiel. Wenn Jordan Rudess eine bestimmte Abfolge spielt, rechne ich im Kopf. Eins seiner Muster, die ich schnell erkenne, sind 21 Noten. Also weiß ich, dass ich drei 7-er Muster spielen kann. Und ich weiß, wie viele Noten ich spielen muss, wenn ich 5 Muster in der Zeit von 21 spielen möchte. 105 Noten. Ich weiß das einfach. Und das hilft mir, mich zu orientieren. Genauso hilft mir das mit Menschen. Verhalten ist schwer zu ändern. Wenn ich Menschen sehe, die sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, und sie das nicht verändern, dann kenne ich ihre Muster. Ich tendiere dazu. Ich erkenne Muster in Menschen und nutze es zur Inspiration. Ich nutze Analysis zur Inspiration. Analysis ist wie ein Phasenbild im Film. In der Schule hatte ich immer Angst vor Analysis – nur Zahlen und Formeln. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass es dabei um Bewegung geht, die in Scheibchen geschnitten wird und man mit den Formeln vorhersagen kann wohin sich alles bewegt…. Dann hätte ich gern Analysis gemacht und hätte vermutlich Film-Director werden wollen. Ganz im Ernst! Es hängt alles davon ab, wie man Dinge unterrichtet. Also zurück zu Deiner Frage, worauf sich Anfänger konzentrieren sollten: Es ist entscheidend, dass man Perspektive und Verständnis unterrichtet; dass man hinsieht und fragt: Wie funktioniert das? Wie nimmt mein Gehirn Informationen auf? Wie funktioniert das? Lass mich ein Bild sehen! Man braucht immer Bilder! So muss man es machen! Der Abend brachte dann genau was erwartet wurde. Über drei Stunden minutiös getimtes Trommelgewitter, inklusive fliegendem Snare-Wechsel und jeder Menge sichtbar guter Laune - sowohl auf Seiten der Band, wie auch im Publikum. Wenn Eure Berman-Bereiche im Gehirn bereits aktiviert sind, empfehle ich bei der nächsten Tour den Besuch eines DREAM THEATER-Konzerts. Und wenn nicht, dann könnt ihr jetzt schon einmal üben, ein paar Dinge gleichzeitig zu tun. Los geht’s: beide – rechts – beide – links – beide – rechts…! Sehr gut! (Band-photo courtesy of Target Concerts, all other photos by Charlotte Walkling)