(Epitaph Europe/ Indigo) Zuerst mal ein großes Dankeschön an Epitaph, dass sie sich auf alte Stärken besinnen und nach den grandiosen Roll The Tanks auch den nicht minder genialen JOYCE MANOR durch ihre Vertriebswege ein größeres Publikum zugänglich machen. Nachdem das Haus und Hof-Label der Bad Religion-Macher die letzten Jahre fast nur noch jedem Trend der Kajal-Fraktion hinterher hechelte (Falling In Reverse als schlimmstes Beispiel) und viel an Street-Credibility verlor, schafft es das ehemalige PunkRock-Flagschiff mit Veröffentlichungen von The Menzingers und Pennywise alte Fans zurückzugewinnen und die neueren Punkrock-Hörer mit oben genannten Bands oder Plague Vendor für sich zu begeistern. Nun zu JOYCE MANOR und ihrem neuestem Output "Never Hungover Again". 10 Songs, knappe 20 Minuten. Als Nichtkenner könnte man Oldschool-Hardcore vermuten, aber hier gibt es euphorischen Punkrock mit Popkante, der Einflüsse aus dem britischen Indierock (The Futureheads kamen mir sofort in den Sinn) parat hält. 'Falling In Love Again' oder 'Victoria' nehmen dich sofort gefangen und lassen dich auch mit 'The Jerk' und 'In The Army Now' nicht mehr los. Der Finger schwebt quasi über der Repeat-Taste, wenn er nicht gerade Richtung Himmel gestreckt wird, weil einen der nächste Chorus völlig unvorbereitet trifft und sämtliche Synapsen durchscheppern lässt. Endorphine werden sekündlich ausgeschüttet und die kurze Spielzeit ist auch gerechtfertigt, da es sehr sympathisch ist, einen fertigen Song nicht noch künstlich aufzublasen, um ins Radioformat zu passen. Ich bin geflasht, wie der Hip-Hopper sagen würde und werde dieses Album jedem empfehlen, der es nicht wissen will. 🙂 Joyce Manor_PRESS PHOTOWenn euch The Thermals zusagen und ihr den jugendlichen Wahnsinn der ersten beiden Weezer-Alben vermisst - bitte, JOYCE MANOR schließt diese Lücke! Ein weiteres Highlight von 10 (!) auf diesem Album heißt 'End Of The Summer' - aber der Sommer bleibt ewig in deinem Herzen mit diesem frisch positiven und überraschenden Meisterwerk. Ein gepflegtes Fuck You in Richtung Herbst und Winter und sich einfach nochmal "Never Hungover Again" geben. Keine Diskussion - volle Punktzahl! Album-VÖ: 18.07.2014 (Photo courtesy of Epitaph Records)