(Studiocanal) Liam Neeson muss wieder ran und das tun, was er in der jüngeren Vergangenheit am besten konnte! Den harten Hund mimen und ein paar Ärsche treten! In 96 Hours gab Neeson einen furiosen Einstand als Action-Mime, zumindest für die jüngeren Zuschauer, die ihn nur als Qui-Gon Jinn aus der zweiten Star Wars-Trilogie-Rutsche (von der Chronologie natürlich die erste Trilogie) oder vielleicht noch aus den Nolan-Batman-Filmen kennen. Neeson war aber schon Darkman (1990) Oskar Schindler aus Schindlers Liste (1993) und Rob Roy (1995). Okay, als Bryan Mills in 96 Hours schlägt er Tough Guy-mäßig allen Filmen spektakulärst den Boden raus, aber: die Saat wurde früh gelegt, denn Neeson war sogar schon mit Chuck Norris 1996 in der Delta Force. Wenn das nicht prägt... Ansehen sollte man sich mit ihm auch definitiv Unknown Identity (2011, meine Rezi hier), der einen grandiosen Plot-Twist mitbringt. The Grey - Unter Wölfen ist auch noch ganz passabel geraten (meine Rezi hier) Regisseur Jaume Collet-Serra schickt Liam Neeson nach Unknown Identity in NON-STOP nun actionthrillerig ins Flugzeug und zwar... man kann es durch den Trailer leider nicht verheimlichen: als U.S. Air Marshal Bill Marks. Mit ihm an Bord in 12.000 Metern Höhe: Golden Globe Award-Gewinnerin Julianne Moore (The Big Lebowski, Children Of Men) House Of Cards-Newcomer Corey Stoll und Shea Whigham, der Eli aus Bordwalk Empire, um mal die Bekanntesten zu nennen. Wer NON-STOP kennt, wird die Handschrift von Collet-Serra in der bläulich/gräulichen Bildsprache wiederfinden. Auf einem Transatlantik-Flug muss Marks sich nun gegen einen Killer behaupten, der ihn mittels Hack seines Sicherheitshandys ausgewählt hat, um seine Forderungen durchzusetzen (150 Millionen Dollar, erinnert mich irgendwie an Austin Powers) sonst stirbt in schöner Regelmäßigkeit eine Person im Flugzeug. Und der Killer blufft nicht, denn die 20 Minuten werden penibelst eingehalten. Das soll als Standort-Bestimmung genügen, um nicht alles an Spannung zu nehmen. NON-STOPMich konnte der Film vom Anfang an schwer abholen, wenn man es mit dem Weg ins Flugzeug vergleicht, hab' ich wohl erst mal auf der Gangway ein Picknick eingelegt. Aber irgendwann startet der Streifen dann die Motoren, obwohl einige Manöver des Protagonisten für mich etwas zu halsbrecherisch und schwer nachvollziehbar waren, auch 1-2 Handlungsverläufe sind holperig. Wenn man zurücklaufen lassen muss, weil man etwas nicht geschnackelt hat, dann kann was nicht stimmen. So auch hier. Eine Thematik wird zwar aufgelöst, aber war mir etwas zu sehr mit der 1+1=2-Logik erklärt. Da wäre mehr definitiv mehr gewesen. Ihr werdet es sicherlich wissen, was ich meine, wenn ihr es seht. Für einen chilligen BD/DVD-Abend auf der Couch ist NON-STOP aber bestens geeignet, nach einem Kino-Besuch wäre ich etwas enttäuscht gewesen, so ziehe ich statt an den Laschen für den Rettungsring 4 Blitze aus der Tüte, die im Flugzeug an jedem Sitz hängt und in die eigentlich was anderes reinkommt! 🙂 BD/DVD-VÖ: 24.07.2014