(Hells Headbangers) Eine meiner Lieblingsrubriken im Rock Hard war seinerzeit immer die "Arschbombe des Monats". Wenn dort Death- oder Black-Metal-Bands zerrissen wurden, konnte man eigentlich immer sicher sein, dass hier absolute Qualitätsware vorliegt, die jedes Poser-Ohr in Nullkommanix bluten lässt. Eine der dort geehrten Bands waren die Kanadier Blashpemy, deren unsagbar rumpelig-brutaler Mix aus Death- und Black-Metal sowie Grind offenbar zuviel für den armen Redakteur war, jedoch zahllose Bands zur Nachahmung anregte und quasi das Bestial-Black-Death-Genre begründete (ok, ok, Bestial Warlust waren da auch mit im Spiel). Lousianas ABYSMAL LORD gelingt auf ihrem Debüt "Storms Of Unholy Black Mass" nun das Kunststück, den Geist der alten Blasphemy zu channeln (sogar optisch, wie man auf dem Bandfoto sehen kann). Und zwar in Perfektion. Bestialisch rasende Songs, immer auf dem schmalen Grat zwischen Death-Metal und Grind. Viehisch primitiv und reduziert … oder einfach tödlich effizient. Drums, Bass und Gitarren verschmelzen zu einem nuklearen Hurricane, die völlig kranken und saubrutal hingerotzten Vocals thronen erhaben darüber. Hin und wieder wird das Chaos durch vollkommen kranke Gitarren-Soli zerrissen, um die selbst die Kollegen King und Hannemann (RIP) einen weiten Bogen gemacht hätten. Das hier ist War-Metal wie er sein muss. Ein chaotischer, rasender, hasserfüllter Gegenentwurf zu jeglichem Begriff von Schönheit. Das Gute hat hier keine Macht. "Storms Of Unholy Black Mass" sind 26 Minuten musikalischer Wahnsinn. Viele Fans werden ABYSMAL LORD damit vermutlich nicht gewinnen. Zu kompromisslos ist der Sound, um auch nur ansatzweise Chancen zu haben, jemals auch nur einen Huf aus dem Underground zu setzen. Jünger des alten Ross-Bay-Kults werden die Band jedoch sofort in ihren schwarzen, versteinerten Herzen schließen. Album-VÖ: 08.08.2014