Invictus Production Mit "Aura" haben BÖLZER im letzten Jahr gut abgeräumt und ihr Terrain auf der Death-Metal-Landkarte eindrucksvoll markiert. Drehte sich "Aura" konzeptionell um den Helios-Kult und die Verehrung der Sonnenkraft, so ist die aktuelle EP "Soma" das thematische Gegenstück. Luna, der Mond, steht hier im Vordergrund. Bereits beim Artwork wird die Zusammengehörigkeit beider Releases sehr schön angedeutet. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, oben wie unten. Sieht im Plattenregal sicher hübsch aus.  'Steppes' begeistert mit seinem mächtigen Eröffnungsriff und der darauffolgenden Walze. Hier und da überquert die Gitarrenarbeit die Grenze zum Black-Metal und auch vor der Atmosphäre ausgesprochen zuträglichen Breaks machen BÖLZER nicht Halt. Tempotechnisch reicht die Spanne vom vernichtendem Midtempo zu rasendem Gedresche. Die Riffs und Parts fließen wunderbar ineinander, der Song zieht den Hörer komplett mit in seinen brutalen, dunklen Strudel. 'Labyrinthian Graves' tendiert noch etwas weiter in Richtung Black-Metal. Ziemlich komplexe Gitarrenarbeit und sehr gut arrangierte Vocals. 12:27 auf der Uhr. Ein Monster von Song, das eine ausgesprochen breite Palette von Sounds bietet und dabei immer die extrem dichte Atmosphäre aufrecht hält. Hier und dort erinnert mich der Song durch die fast schon cineastischen Momente an Nile. boelzer-promo-140806Die Produktion ist herrlich rumpelig, trotzdem druckvoll und klar genug, um die zahlreich vorhanden Details erkennbar zu machen. Die Vocals klingen komplett nach "in der Höhle" aufgenommen. Maximaler Hall. Insgesamt totale Verwüstung! "Soma" ist ein Fest für Anhänger des okkult angehauchten Death-Metals oldschooliger Prägung. Denn trotz aller Komplexität und Black-Metal-Einflüsse ist klar, dass BÖLZER Jünger des Kultes der alten Schule sind. Wer Bands wie Witchcrist oder Necros Christos zu seinen Faves zählt, muss hier auf jeden Fall zugreifen. Album-VÖ: 05.08.2014 (Photo courtesy of Relapse Records)