(Universal Music Group) Die Floskel „Manchmal merkt man erst was man aneinander hat, wenn man getrennte Wege geht“, ist wohl auch bei den Geschwistern ANGUS & JULIA STONE aus Australien zur knallharten Realität geworden. Natürlich müssen, ob nun gesellschaftlich anerzogen oder von der Musikindustrie erwartet, irgendwann die berühmten getrennten Wege gegangen werden. Dies natürlich auch als Geschwisterpaar. Schließlich will man unterm Weihnachtsbaum den elterlichen Stolz ganz alleine für seine künstlerischen Ergüsse einheimsen und nicht ständig mit dem der anderen Person in einen Topf geworfen werden. Teilen ist schließlich doof. Und so trennten sich die Wege schon nach zwei erfolgreichen Alben und jeder widmete sich seinen Solopfaden, in der Hoffnung oder dem naiven Glauben, nie wieder miteinander arbeiten zu werden, bis, ja bis was eigentlich geschah?! Stein des Anstoßes war der Produzent Rick Rubin, der unbedingt mit beiden STONEs ein neues Album produzieren wollte. Nach ein paar Kleinmädchen-Zierereien und einem magischen Moment beim gemeinsamen Festivalauftritt mussten nun auch die STONEs erkennen, was Rubin bereits lange wusste. Und so ging es ab nach L.A. in die Shangri La-Studios zur Aufnahme des dritten Studio Albums mit dem trennenden und gleichsam so vereinenden Namen "Angus & Julia Stone". Und um ihre eben noch erlangte Freiheit gleich wieder ganz aufzugeben, schrieben beide nun auch noch die meisten Lieder gemeinsam. Ein Akt der früher undenkbar schien. Anscheinend führt so eine „Trennung“ die Gemüter doch wieder näher zusammen. Herausgekommen bei soviel Innig- und Zusammengehörigkeit ist ein durchweg harmonisches, stimmiges und leichtes Album. Angus & Julia Stone by Jennifer SteinglenDas JULIA's gehauchte Lolita Stimme teilweise ziemlich auf die Nerven gehen kann und ANGUS Stimme mehr partiell angreift statt untermalt, ist wohl Geschmackssache. Die Frage ist wohl eher, ob bei so viel Einigkeit und Harmonie die Tiefgründigkeit und Stärke etwas ausgegrenzt wurde und die Kippe von Zufriedenheit zur Banalität sowie von Leichtigkeit zur Naivität ziemlich wackelig ist. Sehr, sehr wackelig sogar! Album-VÖ: 01.08.2014 (Photo by Jennifer Steinglen)