(Rude Records/Soulfood) Du vermisst die goldenen Zeiten des 90er Jahre CollegeRocks? Du magst es alternativ rockend, aber dir fehlt irgendwie der richtige Punch? Mein Tip: Lege "Blood & Lemonade" auf, mixe dir einen Caipirinha und lass dich von der Spätsommer-Sonne und AMERICAN HI-FI in die unbeschwerten Jugendtage zurückversetzen. Das ist Retro in Reinkultur. Mit den Stilen des melodiösen PunkRocks unterfüttert, aber nie zu unbequem, um auch der Oberschicht zu gefallen. Hier gibt es am laufenden Band die richtigen Songs für Soundtracks bei möglichen American Pie-Fortsetzungsfilmen. AMERICAN HI-FI hatten ja mal einen wirklich schönen Hit mit 'Flavor Of The Weak', ist jetzt auch schon 13 Jahre her, aber der Stil der Jungs um Leadsänger Stacy Jones hat sich nur marginal verändert. Alle Tracks des fünften Studioalbums laufen schön im Midtempo rein, es gibt kaum eine Überraschung durch das Anziehen des Tempos oder einen unvorhergesehenen Break. Die Bridge sitzt perfekt und der Refrain kommt solide um die Ecke. So langweilig, wie sich die Beschreibung jetzt anhört, ist es aber eigentlich gar nicht. Wenn man es einordnen möchte, würde ich behaupten, dass es oberer Durchschnitt ist. AMERICAN HI-FI gibt es schließlich auch schon seit 1998 und das Quartett aus Boston hat es bis auf einen kurzzeitigen Besetzungswechsel durchgehend in dieser Zusammenstellung geschafft, im Musikbusiness zu überleben. Chapeau dafür! 'Armageddon Days', 'Golden State' oder auch 'Allison' und 'Amnesia' sind wunderbare Rocksongs, den Schlusspunkt 'No Ordinary Life' hätte man sich allerdings schenken können, da dadurch auch ein offensichtlicher Füllsong den Weg auf "Blood & Lemonade" gefunden hat. AMERICAN HI-FI hätten ihren neuen Output auch nur "Lemonade" nennen können, da die aggressive Assoziation durch das beigefügte "Blood" nur bedingt erfühlt wird. Nette (wirklich im positiven Sinne gemeint) Platte um Hausarbeiten zu erledigen oder zum Rumcruisen im Stadtverkehr. 3 eingemeißelte Blitze. Album-VÖ: 09.09.2014