(Redfield Records) Wieder einmal startet eine hoffnungsvolle Newcomer Band aus deutschen Landen den Versuch, in der großen weiten Musikwelt mit ihrem Debüt ein Ausrufezeichen zu setzen. Sänger dieser Kombo ist Dennis Diehl, unter anderem bekannt aus seiner Gesangsvergangenheit bei Butterfly Coma und The Mercury Arc. Eine Duftmarke haben die Jungs aus dem Pott bereits mit der Coverversion zum Rihanna Hit 'Diamonds' gelandet. Über 2,5 Millionen Klicks auf das dazugehörige Video sprechen eine deutliche Sprache. Nach etlichen Festivals und Supports namhafter Combos wie Eskimo Callboy oder Caliban steht nun mit "My Longest Way Home" besagter Erstling in den Startlöchern. Und mit 'Darkness Within' holzen die Jungs gleich richtig los. Metalcore-typische Skills werden ausgepackt und lassen hier und da ein wenig an Killswitch Engage erinnern. Schon hier wird klar, warum Dennis Diehl zu der deutschen Metal-Elite gezählt werden sollte. Wo andere Kombos zwei Sänger brauchen, macht die Muskelmaschine beide Parts in Perfektion. Auch 'Dead And Gone' schrubbt die Core-Latte beidhändig bis zum Abspritz und legt den Fokus dabei auf viel instrumentale Technik. Hier gibt man sich nicht nur mit "stumpf" zufrieden. Einen Songtitel wie 'The Beginning Of The End' haben sicherlich schon dutzende Musikanten verbraucht, aber hier geht es ja nicht zwingend um den Innovationspreis zum besten Songtitel, sondern um den Inhalt. Was uns nicht umhaut, macht uns dicker. Um solch und ähnliches geht es bei dieser gemächlichen Nummer. In der Geschwindigkeit leicht reduziert und sehr melodisch interpretiert. 'Anthem For The Voiceless' keift wieder etwas mehr aus den Speakern und triggert mitunter ordentlich die Doublebase. Als Schmankerl servieren ANY GIVEN DAY noch einen schicken und sehr atmosphärischen Zwischenpart dazu. Vorab veröffentlichten die Gelsenkirchener bereits den Song 'Home Is Where The Heart Is'. Dieses Teil gehört ohne Zweifel zu den Highlights des Albums. Geile Melodieführung und ein geiler Dennis veranlassen mich die Dauerschleife zu aktivieren. Any Given Day Groupshot KopieAber wir haben ja noch ein paar Nummern zu besprechen. Eine davon ist 'My Own Sweet Hell' und dieses Teil darf auf keinem Konzert fehlen. Coole Riffattacken mit abrupten Breaks bringen jeden Banger zur Nackenstarre. Wer schmusen will zieht sich 'Dead Forever' in die Dauerschleife. Eine Ballade gehört schließlich zum guten Ton, vor allem wenn man es kann. Wer dann genug hat von der Fummelei, der macht ein Fass auf zu 'Never Say Die'. Auch wenn es sich nicht um die härteste Nummer handelt, so kann man aufgrund der abwechlungsreichen Elemente, wie z.B. Gangshouts oder Headshots, ruhig die Abrissbirne aus dem Kleiderschrank holen. 'If Tomorrow Never Knows' ist keine neuer James Bond-Film, sondern die vorletzte Nummer auf "My Longest Way Home" und nach der ersten Auskopplung 'Home Is Where The Heart Is' mein zweiter Favorit. Wieder ein Ohrwürmchen mehr. 'Possession', die letzte Nummer des Tages, reiht sich nahtlos in den Reigen ein und bietet dem Hörer einen letzten Erguss zeitgenössischer Musikkunst. ANY GIVEN DAY sind zweifellos eine Bereicherung des deutschen Musikmarktes. Es gibt zwar nichts Monumentales zu berichten, aber solide und gut gemachte Handwerkskunst mit Spielfreude und Energie wurden bei Gestromt.de noch stets belohnt. Ich ziehe 4 1/2. Album-VÖ: 05.09.2014 (Photo courtesy of Redfield Records)