(Fearless Records) MOTIONLESS IN WHITE sind schon seit neun Jahren dabei, haben schon die eine oder andere Vans Warped Tour hinter sich und unzählige Bands auf Touren begleitet oder selbst Touren bestritten, und doch ist es mal wieder eine Band, die bis dato mit ihrem Metalcore-Krams zwar ordentlich zugelangt haben, nichtsdestotrotz aber unterhalb meines Aufmerksamkeitsradars unterwegs war. Mit ihrem aktuellen Album ''Reincarnate'' soll sich das aber ändern, denn das, was die Herren, die sich nach einem Eighteen Visions-Song benannt haben, bieten, ist inzwischen alles andere als Standardkost im Metalcore-Genre. Natürlich finden sich Moshparts in den Songs, es gibt geschrieene Passagen, es gibt clean gesungene Passagen, aber das war es dann auch schon an Gemeinsamkeiten. Vergleiche gehen mir eher ganz andere durch den Kopf. Unser Zosse meint hierzu: "Marylin Manson und Rob Zombie, nehmt euch in Acht, MOTIONLESS IN WHITE schielen auf den Schock-Rock-Thron!" Hört man sich die beiden Vorgänger ''Creatures'' und ''Infamous'' an, so merkt man ganz klar die Entwicklung, die MOTIONLESS IN WHITE hinter sich haben. Würde mich jemand fragen, welche Band mir als erstes durch den Kopf schießt, wenn ich ''Reincarnate'' höre, dann wäre das Korn und nicht etwa irgendeine Metalcoreband. Die Gesangsmelodien, der Stil, all das hat in den meisten Passagen sehr viel Ähnlichkeit zu Jonathan Davis. Musikalisch fehlt für diesen Vergleich der stilprägende Bass-Sound, aber ansonsten ist man auch dabei gar nicht so weit ab vom Schuss. Synthesizer-Klänge, die der Geschichte bereits seit dem Vorgänger einen leichten Industrial-Touch verleihen (der durch das Bandfoto sicherlich auch noch einmal unterstrichen wird), und auch ein Gastauftritt von Dani Filth (Cradle Of Filth) im Song 'Puppets 3 (The Grand Finale)' sind eher etwas, was man weniger auf einer Metalcore-Scheibe vermutet hätte. Dazu kommt noch, dass die Band im Oktober bis November mit Lacuna Coil auf Europatour geht. MotionlessInWhite_photo_courtesy_of_fearless_recordsWer also ein modernes Metal-Album mit leichtem Core-Einschlag hören will, wer den ersten drei Korn-Alben nachtrauert, der wird hier sicherlich viele Dinge entdecken, die ihm (oder ihr) gefallen könnten. Was mir als einziges auf dem Album fehlt, ist die eine herausragende Nummer, die noch mal eine Spur geiler ist als der gesamte Rest. Das Durchschnittsniveau der Scheibe ist ordentlich, es gibt eigentlich keinen „schlechten“ Song, aber insgesamt ist alles ein wenig gleichbleibend spannend, und da fehlt es mir persönlich halt noch an Abwechslung. Insgesamt geht mein Daumen aber definitiv hoch, tolle Sache, kann ich mir auch problemlos 3-4x hintereinander anhören, und das ist bei Metalcore-Scheiben in letzter Zeit echt selten geworden! Album-VÖ: 15.09.2014 (Photo courtesy of Fearless Records)