(Epitaph Records) Ich muss gestehen, dass ich OBEY THE BRAVE bislang nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Ich hab' zwar immer wieder von der Band gehört und wollte mir  "Young Blood" daher auch unbedingt mal reinziehen. Aber ihr wisst ja sicherlich, wie das mit manchen Dingen so ist, die man sich irgendwann mal vorgenommen hat ... Nachdem der Song 'Full Circle' bereits im September 2013 und das dazugehörige Video im November 2013 veröffentlich wurden, steht "Salvation", das zweite Album der Kanadier OBEY THE BRAVE, seit dem 12.09.2014 letztendlich auch bei uns in den Läden. Da fragt man sich doch, weshalb eine Single bereits ein Jahr vor der Veröffentlichung des Albums rausgehauen wird. Aber egal, ich bin ja mit meiner Rezension auch etwas spät dran. Bevor ich jetzt  zum Wesentlichen komme, muss ich noch erwähnen, dass ich das gezeichnete Cover von "Salvation" echt gelungen finde. Mit Gevatter Tod und einem Wolf, die sich sensenschwingend und zähnefletschend vor einem Vollmond im Hintergrund gegenüberstehen, kann man einfach nichts falsch machen... OBEY THE BRAVE eröffnen den musikalischen Pit mit 'Short Fuse' und ich fühle mich etwas in meine Biohazard - State Of The World Address Zeiten zurückversetzt. In knapp anderthalb Minuten gibt es in bester Hardcore-Manier erstmal richtig was auf die Ohren. Satte Grooves, Gang-Shouts, einfach geil. Bei der zweiten Single-Auskopplung 'Raise Your Voice' geht es etwas Metal-lastiger zur Sache, wobei sich einem der melodische Chorus bestimmt für einige Zeit im Kopf festsetzt. Mit dem punkigen 'Up In Smoke' schrauben OBEY THE BRAVE das Tempo noch etwas hoch und schieben mit gekonnten Breaks sogar noch stampfende Mosh-Parts dazwischen. Das hohe Tempo wird anfangs auch bei 'Into The Storm' beibehalten. In der Mitte des Songs kommt der Break, die Gitarren werden tiefer und das Melodische verschwindet aus dem Song.  'Next Level' geht dagegen wieder mehr in Richtung Oldschool-Hardcore. Mit dem melodischen 'Back In The Day' zeigen OBEY THE BRAVE, dass ihre Wurzeln nicht nur im Hardcore sondern auch im Punk liegen. Melodische Parts lassen sich in 'I Am Winter' hingegen nur im Refrain finden und auf 'Lone Wolf' dominiert ein treibendes Drumming. ObeyTheBrave_Thierry Lord_Press photo 04'C'est la vie' ist einer meiner Anspieltips. Der Song sticht alleine schon dadurch hervor, dass dieser in Französisch geshoutet wird. Weiter geht es mit der ersten Single 'Full Circle', dem nächsten Anspieltip. Hier greifen OBEY THE BRAVE mal wieder etwas tiefer in die Metal-Kiste. Der Chorus (Oh oh, oh oh, oh, oh) hat extremen Mitgröhl-Charakter. Nach 2:13 Minuten kommt dann der absolute Killer-Breakdown und danach gibt es musikalisch noch mal einen auf die Fresse. Krass! Zum Nachtisch servieren OBEY THE BRAVE mit 'North Strong' anschließend wieder ein nettes Hardcore-Brett. 'Brave The Fire' nimmt ein wenig Tempo raus und bildet einen würdigen Abschluß des Albums. Wer auf Hardcore mit Metalcore- und Punk-Einflüssen steht, der kann beim Kauf von "Salvation" eigentlich nichts falsch machen. Es macht einfach Spaß, dass Album zu hören und ich denke, dass die Songs live noch viel besser zur Geltung kommen werden. OBEY THE BRAVE überraschen mit stetigen Wechseln zwischen melodiösen und brachialen Parts, sodass beim Hören von "Salvation" auf jeden Fall keine Langeweile aufkommt. Manchmal musste ich mich sogar wundern, dass die Anzeige meines CD-Players nicht den Titel wechselte, obwohl sich das gehörte Lied auf einmal ganz anders anhörte. Dank "Salvation" werde ich OBEY THE BRAVE jetzt auf jeden Fall auf dem Schirm haben. Für die gelungene Mischung von Hardcore, Punk und Metalcore gibt es von mir satte 5 von 6 Blitzen. Album-VÖ: 12.09.2014 (Photo by Thierry Lord)