(Napalm Records/ Universal Music) Nun also das fünfte Studioalbum von den Norwegern AUDREY HORNE sowie das dritte in Folge, welches mit gleichem Personal rausgehauen wird. Und durch diese Beständigkeit wird das Niveau schon wie selbstverständlich extrem hoch gehalten. "Pure Heavy" ist der einzig wahre Albumtitel, den man als Zusammenfassung des hier Dargebotenen gelten lassen kann. Es beginnt mit einem wahren 70er Jahre Hardrock Klassiker namens 'Wolf In My Heart', wobei sich die Bedeutung des Wortes Klassiker im Laufe der Zeit wohl auch noch live herauskristallisieren muss, aber im Sinne von Classic Rock mit modernen Mitteln gespielt, passt die Bezeichnung schon einmal ziemlich gut. Die Band ist mit der Begrifflichkeit und Genreeinordnung auch selbst ganz zufrieden, wie sie in diversen Interviews kundgetan hat. Auch die nachfolgenden zehn Lieder sind inspiriert durch die verschiedenen Epochen der klassichen Rockmusik, ob nun das Augenmerk auf der Led Zeppelin beeinflussten Zeit der oben erwähnten 70er Jahre, der Hairmetal/Glamrock der 80er oder der hochgepunchte HeavyRock der frühen 90er ('Into The Wild', 'Out Of The City') - AUDREY HORNE ist eine respektvolle und kreative Verbeugung gelungen. AH1_AudreyHorne10_HaaraEs gibt auch diese Alben, wo man nicht krampfhaft nach Innovation suchen muss, sondern einfach das Gehörte verinnerlicht, die positiven Attribute aufsaugt und sich angenehm unterhalten fühlt. Das soll Musik doch schaffen - sich losgelöst fühlen von allen kleinen und großen Problemen, die man mit sich rumzutragen pflegt. "Pure Heavy" ist das Rezept gegen Trübsal und schlechte Laune. Dieser hier vollführte Parforceritt, der aber gleichzeitig so leichtfüßig daherkommt, ist eines der absoluten Highlights im Hardrock in diesem Jahr, auch wenn es nicht ganz an die Klasse und Eingängikeit der letzten beiden Alben "Youngblood" und "Audrey Horne" heranreicht. Aber Stagnation auf hohem Level kann auch schon beeindruckend sein. Meine persönlichen Favoriten sind 'Waiting For The Night' und 'Holy Roller'...ich kann aber nicht genau erklären, was mich diese Entscheidung treffen lässt und vermutlich wird sich das von Durchlauf zu Durchlauf wieder relativieren. 🙂 Fazit: Für alle Liebhaber des gepflegten Hard- oder Heavyrocks, die mit der Musik der 80er/90er sozialisiert worden sind und denen die Nennung von Bandnamen wie Mötley Crüe und Skid Row den Puls nach oben schrauben lässt - hier ist neues Futter und es ist extrem schmackhaft. "Pure Heavy" von AUDREY HORNE kratzen an der Höchstpunktzahl und in passenden Momenten wird diese vermutlich auch erreicht. 5 Blitze für den feuchten Traum eines jeden Langhaarträgers. Album-VÖ: 26.09.2014 (Photo by Haara)