(Pandavision) Hocherfreut war ich, als ich auf dem Cover Joel Kinnaman (RoboCop) erblickte, den ich durch seine grandiose Leistung in der schwedischen Reihe GSI: Spezialeinheit Göteborg in die Riege meiner Lieblingsschauspieler aufgenommen hatte. Der Junge ist auf dem aufsteigenden Ast, schließlich hat er ja im RoboCop-Remake die Hauptrolle ergattern können. In THE KILLING, dem "von Publikum und Kritik gleichermaßen hochgelobten US-Remake der dänischen Erfolgsserie Kommissarin Lund – Das Verbrechen", wie das Info zur ersten Staffel sagt, mimt er Stephen Holder, einen untypischen Slacker-Cop, der der Chef-Ermittlerin bei einem Mordfall zur Seite gestellt wird. Der Stoff, aus dem große Cop-Duo/Buddy Movie-Filme sind, "zusammenraufen" ist hier gar kein Ausdruck! THE KILLING war für sechs Primetime-Emmys sowie einen Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin in einer TV-Serie nominiert, das sind schon mal beeindruckende Zahlen, Wenn man dann noch weiß, dass der Sender hinter THE KILLING der US-amerikanische Privatsender AMC ist, der große Namen wie Breaking Bad, The Walking Dead und Mad Men im Repertoire hat, kann eigentlich nichts mehr schief gehen! Aber das trifft es nicht ansatzweise! Zum Inhalt: Es geht um den Mord an der jungen Schülerin Rosie Larsen, der ganz Seattle schockiert. Detective Sarah Linden (Mireille Enos) ermittelt in dem Fall und kämpft an mehreren Fronten, denn in der Schule und im Umfeld stößt sie auf Lügen und Vertuschungen, die bis in die Politik zu führen scheinen. Ich habe bewusst nur einen Mini-Umriss gewählt, denn man sollte THE KILLING wirklich unvoreingenommen sehen. Mir war zu Beginn noch nicht einmal bewusst, dass es sich um ein Remake handelt, auch die Storyline war mir komplett unbekannt. Man könnte sagen, es lief genau so ab: "Kinnaman, Serie, THE KILLING", läuft!" Und so konnte die Serie mich gänzlich einnehmen. Und das tut sie immer noch, sie ist Teil meines Alltags geworden, ich verschlinge sie förmlich, warte auf jeden Freiraum, um eine Folge sehen zu können. thekilling1_szenenbild_02Wer streamt, wird wissen, dass die vierte Staffel schon erhältlich ist, ich schweige mich mal komplett aus, ob mit jeder Staffel ein Fall abgehandelt wird, wie man es von Serien wie 24 kennt oder ob die Handlung weiterläuft. Hätte ich einen amerikanischen Streaming-Anbieter nicht seit kurzem am Laufen, wäre die Spannung am Ende der ersten Staffel nicht zum Aushalten gewesen, denn die zweite Staffel auf Bluray erreichte mich erst nach dem Beenden der ersten Staffel. Aber dank Streaming via Apfel-Box konnte es sofort weitergehen! THE KILLING gehört für mich zu den besten Serien, die erste Staffel entstand bereits im Jahr 2011, also noch bevor jeder Hans und Franz (s)ein Serienkonzept auf die Menschheit loslassen musste. THE KILLING lebt von seinen durchweg großartigen Schauspielern, vom Setting im meist verregneten Seattle und vom Score, der nur in der französischen Serie The Returned so ähnlich unter die Haut ging und so geschickt eingesetzt war, wie hier. Stellt euch ruhige Mogwai, bzw. Ambient-Flächen vor, dann wisst ihr ungefähr, was euch erwartet. Die Musik unterstreicht das Emotionale und Düstere des Plots noch geschickter, als es die Bildsprache oder die Mimik der Schauspieler ohnehin schon tut. Die Macher von THE KILLING wussten, wenn auch mal nicht gesprochen werden muss, um die Handlung trotzdem unter die Haut gehen zu lassen. Ein Wermutstropfen: Die Parallelhandlung mit dem Sohn von Linden war mir ein wenig too much, sie unterstreicht aber dafür die Zerrissenheit des Charakters des Detective. Ansonsten: ganz großes (Serien-)Kino! Pflicht! Eine Rezi zur zweiten Staffel wird folgen, sobald ich sie zu Ende gesehen habe! 🙂 DVD/BD-VÖ: 21.08.2014