(Republic/Universal) Das WEEZER längst über den Hai gesprungen sind ist keine sonderlich neue Erkenntnis mehr. Das dieser Ausdruck („Jumping over the shark“) ausgerechnet in Bezug auf die TV-Serie entstand, welche WEEZER im Video zu ihrem größten Singlehit persiflierten, ist eine äußerst ironische Episode innerhalb der Bandgeschichte. Und das Album #9 dennoch ein paar akzeptable WEEZER-Hits beinhaltet, dürfte wohl auch die treuesten WEEZER-Anhänger positiv überraschen. Ric Ocasek, Chef der Cars, ist wohl der Hauptverantwortliche dafür, dass sich WEEZER auf "Everything Will Be Alright In The End" mal wieder in Frühform präsentieren. Ocasek saß auch 1994 und 2001 auf dem Produzentenstuhl, als die Mannen um Rivers Cuomo ihre beiden Hit-gespickten Alben in den Farben Blau und Grün auf den Markt schmissen. Seitdem litt WEEZER darunter, sich stets an diesen beiden Alben messen zu lassen. So natürlich auch dieses Mal, aber vor allem im ersten Drittel der neuen Platte machen die Collegerocker wenig falsch und besinnen sich auf ihre alten Stärken, den mit einer gehörigen Portion Melancholie und WEEZER-Gitarren getränkten Powerpop. Hier und da schimmert es immer etwas blau oder grün durch die einzelnen Songelemente hindurch. Vor allem 'Back To The Shack' hört sich ab Minute 1:50 so an, als hätte man den Song bei den Aufnahmen zum blauen Klassiker einfach vergessen. Verspielte Sommerhits gibt es hier auch einige ('Lonely Girl' oder 'Da Vinci'), wobei man allerdings niemals die verspielte Lässigkeit eines 'Island In The Sun' erreicht. Hier und da setzen WEEZER auf diesem Album scheinbar stets die richtigen Akzente und Mentor Ocasek hat definitiv die richtige Kabinenansprache für die Jungs bereitgehalten. Die Jungs treten so selbstbewusst auf, dass Sie auch mal etwas überraschendes präsentieren, wie z.B. ein Duett mit Bethany Cosentino von Best Coast ('Go Away'). Und sieh an, auch Teamwork funktioniert bei dieser „Ach-so-schwierigen-Band.“ WEEZER by Emily ShurNeben all den positiven Ansätzen finden sich jedoch auch wieder einige Rohrkrepierer auf Albumlänge. Dazu gehört ganz sicher der schlimme Ohrwurm 'Cleopatra', welcher sich gnadenlos in den Gehörgängen festbeißt. Und zum Ende des Albums setzt Cuomo dann auch noch gleich zu einem Alleingang über die gesamte gegnerische Spielfeldhälfte an, indem er einen dreigeteilten Song zum Besten gibt, der sich musikalisch irgendwo zwischen Glamrock a la The Darkness und Nonsenskapellen wie Steel Panther wiederfindet, aber dennoch nach WEEZER-Gitarren klingt. Auf jeden Fall gewöhnungbedürftig. Insgesamt werfen WEEZER mit "Everything Will Be Alright In The End" ein solides, schmuckes Feel-Good Album auf den Markt, welches man der Band eigentlich schon gar nicht mehr zugetraut hatte. Album-VÖ: 03.10.2014 (Photo by: Emily Shur)