(Razor & Tie) Ein weiteres YELLOWCARD-Machwerk steht an und einige von euch dürften schon gespannt darauf sein, wie die Jungs denn jetzt ihren Sound weiterführen, nachdem fast die Hälfte der Band vor kurzem ausgestiegen ist. Naja genaugenommen machen ja nun wirklich nur zwei der Herren die Band wirklich aus und das ist zum einen Leadsänger Ryan Key und an der leuchtend funkelnden Fidel Kollege Sean Mackin, von daher sind die Grundelemente der Band erhalten geblieben. Nun ja, wie geht es also weiter nach acht Alben und 1-2 EP´s voller energiegeladenen Poppunk-Stücken mit einer gehörigen Portion an Violinensalven, welche den  Sound von YELLOWCARD bis heute so geprägt haben? Ganz einfach, man geht nun dezimiert ans Werk und folgt mit vereinten Kräften einem bestimmten Kurs, den man gemeinsam beschlossen hat. Also lautet hier der Reiseslogan "Lift A Sail" und leitet wie man schon erahnen kann, ein neues Kapitel YELLOWCARD ein, welches allen Vorgängern zum größten Teil den Rücken kehrt. Also die Segel sind gesetzt, mal sehen woher der Wind bläst 😉 Eingeleitet durch das warme sentimentale Geigensolo 'Convocation' begeben wir uns also auf die Reise und senden gleich danach eine 'Transmission Home'. Dieses Stück war schon vorab zu hören und hat schon Fragen zum jetzigen Release aufgeworfen, da es sich hierbei um ein langsames, gefühlvolles Rockstück handelt, welches sich klar vom vorangegangenen Schaffen unterscheidet. Wir bekommen hier teilweise die üblichen Melodien serviert, nur dass das Ganze musikalisch ganz anders verpackt ist. Track vier 'Make Me So' hat so die letzten Funken vom "Ocean Avenue" oder "Paper Walls"-Sound und ist somit einer der schnellsten Songs. Was jedoch jetzt folgt, ist das tiefe Eintauchen in ein neues Soundterritorium, denn mit track 5 'One Bedroom' gibt es akustischen Elektropop mit grandiosem Alternativrock-Outro, was hier beides eben prima zusammen funktioniert. Die nächsten Songs sind auch einfach klassische Slowrock-Stücke mit Pianoklängen welche auch zur Freude alter Fans ein wenig an die "Underdog EP" erinnern, wie ein 'Illuminate' oder 'Fragile And Dear', die aber zudem auch mit einigen Elektroeinflüssen gespickt sind. Yellowcard_1_by Katie HovlandEs zeigt sich also langsam der Trend der ganzen Scheibe, wobei es an manchen Stellen ein wenig zu soft und belanglos wird, dass selbst ein Gastsänger von Memphis May Fire es auch nicht mehr rausreißen kann. Der Titeltrack kommt zwar hymnisch daher, wird aber bestimmt nach mehreren Hördurchgängen ziemlich langweilig. Mit Track 12 'My Mountain' ist ihnen aber noch ein sehr guter Song gelungen, der treibend nach vorne geht. Zwar mit angezogener Handbremse, aber das ist eben der Trip, auf dem sich die Band jetzt befindet. Das Fazit: YELLOWCARD gehen neue Wege und setzen die Segel in eine vielversprechende Zukunft, denn das Wagnis, sich so zu verändern, verdient Anerkennung. Nun muss man eben diesen neu entwickelten Stil weiter ausbauen, damit wir beim nächsten Tonträger einen wirklich anderen einzigartigen Sound von ihnen bekommen, denn hier ist es eher eine Mischung aus 30 Seconds To Mars und Ihnen selbst, aber wie ich finde gute Ansätze, die sich hören lassen können. Dafür gibt's von mir 4 Blitze, die das Schiff aber nicht zum Kentern bringen 😉 Album-VÖ: 10.10.2014 (Photo by Katie Hovland)