(Steamhammer / SPV) Nach ihrem 2012er Debütalbum meldet sich dieses Jahr das Hannoveraner/Stuttgarter Rock-Trio NITROGODS mit "Rats & Rumours" zurück. Wobei die Herren eigentlich nie weg waren, tourten sie seit 2012 doch eigentlich ununterbrochen durch die Republik. Eine Besonderheit bietet dieses Album schon vorweg, wurde es doch komplett analog aufgenommen. Genau, Tonbandköpfe reinigen und Aufnahmebänder wechseln, gehörte hier zur Tagesordnung. Dadurch sollte ein klassischer Rock'N'Roll-Sound gewährleistet werden. Und soviel sei schon verraten, eine klassischere Band findet man da draußen nicht so schnell. Schon beim Titeltrack 'Rats And Rumours' wird klar, warum die Jungs auch oft als die deutschen Motörhead bezeichnet werden. Der Gesang von Oimel Larcher erinnert doch frappierend an den von Lemmy. Auch Riffs und Beats könnten direkt von einer Motörhead-Platte entnommen worden sein. Bei 'Got Pride' bleibt alles sehr rau und schnell bevor sich bei 'Irish Honey' der Stil zum ersten Mal ändert. Dieses kommt teilweise richtig punkig daher und erinnert teilweise sogar an The Clash oder die Ramones. Mit 'Automobile' erwartet einen dann eine gelungene Mischung aus Rockabilly und Heavy Metal und zeigt die Vielfältigkeit des Trios. 'Damn Right (They Call It Rock N Roll)' erinnert dann wieder an die ersten beiden Songs und 'Nothing But Trouble' hat irgendwas von einem Jon Bon Jovi-Song. Man scheint es hier quasi mit einem Best-Off-Rock-Music-Album zu tun zu haben. Sofort ins Ohr geht 'Back Home' der mit vielen kleinen Gitarrensoli zu begeistern weiß. Die 50er Jahre sind wieder da mit 'Dirty Old Man' kommt richtiges Retrofeeling auf, was passend ist, da uns mit 'Ramblin‘ Broke' ein reinrassiges Stück Blues erwartet. Worum es in 'BMW' geht, muss man wohl niemanden erklären, dass Lied ist dann auch mit Motorensounds unterlegt. Zu 'Lite Bite' gibt es eigentlich nichts zu sagen, außer das es wohl der schwächste Track des Albums ist. Eine eigene Hymne hat man sich nun mit 'Nitrogods' geschrieben, wobei man auch hier klare Rockabilly-Einflüsse wahrnehmen kann. Zum Abschluss gibt es eine 'Whiskey Supernova' bei der durchgehend die Double-Bass-Pedale durchgetreten werden und es immer schneller zur Sache geht, bis das Album mit einem Knall endet. NITROGODS sind sicherlich mehr als eine einfache Motörhead-Kopie. Den Sound, den das Trio da abliefert, ist schön rau und altmodisch. Klar, Oimels Stimme erinnert sehr stark an Lemmy, aber das Album hat auch sehr viele weitere Einflüsse der klassischen Rock-Musik. Wer das ganze neumoderne Zeug blöd findet, kann hier ohne groß nachzudenken zugreifen. Große musikalische Überraschungen sollte man natürlich nicht erwarten. Anspieltipps: 'Got Pride', 'Back Home', 'Irish Honey', 'Automobile' Album-VÖ: 17.10.2014 (Photo courtesy of Steamhammer)