(BFI Records/Kobalt Label Services) Wir schreiben das Jahr 2014 und das Warten der Musikwelt hat endlich ein Ende. BILLY IDOL ist back. Mit "Kings And Queens Of The Underground" meldet sich der Punk-Pionier nach neun Jahren ohne Studioalbum wieder zurück. Nur darauf gewartet hat vermutlich doch niemand. "Kings And Queens Of The Underground" erscheint auf IDOL's eigenem Label BFI Records und wurde zum größten Teil von Trevor Horn, welcher auf eine beachtliche Liste von produzierten Künstlern zurückblicken kann, produziert. So schaffte es Horn stets diversen Dauer-Radio-Gästen wie Robbie Williams, den Pet Shop Boys oder den Simple Minds einen gewissen Anspruch einzuimpfen. Dies gelingt ihm auch mit der neuen IDOL Platte, welche sich wirklich stark nach den Simple Minds in den 80ern und 90ern anhört. Für zwei weitere Songs, darunter auch die erste Single 'Can't Break Me Down', arbeitete IDOL mit dem Multiinstrumentalisten Greg Kurstin zusammen. Auch dessen Vita wartet mit eindrucksvollen Namen auf, wie z.B. Beck, den Red Hot Chilli Peppers, The Shins oder The Flaming Lips. Und das Kurstin weiß, wie ein Hit heutzutage zu klingen hat, hat er mit seinen jüngeren Produktionen für Pink oder Lilly Allen unter Beweis gestellt. So bekommt auch 'Can't Break Me Down' den nötigen Drive und die obligatorischen „Wohohohos“ verpasst, um zwischen Coldplay oder Katy Perry nicht unangenehm aufzufallen. Billy Idol 2014 by Michael MullerAnsonsten liefert IDOL auf der ersten Hälfte der Platte einen soliden 80er-Jahre Sound, der die Synthies phasenweise zum Glühen bringt. Man muss schon seine Ohren mächtig anstrengen, wenn man aus Songs wie 'Save Me Now' oder 'Postcards From The Past' die Gitarren noch heraushören will. Welch ein Frevel, wenn man ins Booklet schaut und sieht, dass Ausnahmegitarrist Steve Stevens wieder mit an Bord ist. Die zweite Hälfte der Platte ist dann allerdings stark gefährdet im süßlichen Produzenten-Kitsch zu versinken und hält mit Ausnahme von 'Whiskey And Pills' fast ausschließlich baladeske Songs bereit. 'Whiskey And Pills' deutet dabei an, was möglich wäre, wenn man IDOL und Stevens nicht so sehr an der Produzenten-Leine lassen würde. Dennoch gelingt BILLY IDOL hier ein durchaus akzeptables Retro-Album, gespickt mit 80er-Effekten und einigen netten Selbstreferenzen. Album-VÖ: 17.10.2014 (Photo by Michael Muller)