(Napalm Records) MEGAHERZ führen jetzt also bereits ihr achtes Album (die Demo "Herzwerk" und die Compilations "Querschnitt", "Totgesagte Leben Länger" und "Loblieder" ausgenommen) ins Feld. Nachdem ich den Albumtitel des neuen Silberlings gelesen und dessen Cover gesehen hatte, hegte ich insgeheim die Hoffnung, dass es sich bei "Zombieland" um ein Konzeptalbum über besagte „Beißer“ handeln würde. Doch weit gefehlt. Außer im Titel und dem gleichnamigen Song wird man auf der Suche nach Untoten im "Zombieland" leider nicht fündig. Schade! Würde ich die kommende MEGAHERZ-Scheibe mit einer Art Koch- oder Backrezept beschreiben müssen, würde dieses wahrscheinlich so aussehen: Grundzutat ist eine gute Portion Unheilig. Diese wird vermengt mit etwas Rammstein, einer Prise Oomph!, ein Schuß Witt und etwas In Extremo. Anschließend wird alles mit dem MEGAHERZ-Mixer vermischt und heraus kommt "Zombieland". Guten Appetit. Beim Geschmack des daraus resultierenden Produkts dürften die Meinungen jedoch weit auseinandergehen. Was sich nämlich schon auf "Götterdämmerung" abzeichnete, setzen MEGAHERZ mit "Zombieland" fort. Die Wege führen weg von der Neuen Deutschen Härte in Richtung Elektro-/ Gothic- Rock. Der Opener 'Zombieland' startet mit monotonen Drums und tieferen Gitarrenriffs, denen es aber eindeutig an Druck fehlt. Ansonsten ist der Song recht eingängig, hätte aber dem Thema entsprechend ruhig düsterer und härter sein können. Anschließend folgt 'Himmelsstürmer', alias MEGAHERZ trifft auf den Goldenen Reiter von Major Tom. Dieser Song dürfte auch eine breiteres Publikum ansprechen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser sogar in der ein oder anderen Großraum-Disco gespielt werden könnte. Das ruhigere aber intensive 'Für Immer' nimmt sich dem Thema Verlust an. Wenn ich es nicht wüsste, würde ich denken, dass ich nicht MEGAHERZ sondern Unheilig höre. Düster-rockig geht es mit 'Roter Mond' weiter. Keyboards bestimmen den melancholischen Sound von 'Wir könnten Götter sein'. Auch hier setzen MEGAHERZ das Hauptaugenmerk auf einen sehr eingängigen Refrain und schaffen einen Song, der an die letzten Werke von Oomph! erinnert. Wieder mehr in Richtung NDH geht es mit 'Lieblingsfeind'. Der Song beginnt mit einem stampfenden Beat, der von tiefen Gitarren und Elektro-Elementen begleitet wird. Die Stimme von Sänger Alexander „Lex“ Wohnhaas wird rauer und passt sich so dem härteren Charakter des Liedes an. Hier dürften sich MEGAHERZ-Fans der ersten Stunde wieder etwas mehr zu Hause fühlen. 'Fanatisch' könnte sowohl musikalisch als auch textlich ein Song von Rammstein sein. Ich höre da kaum einen Unterschied.  'Schwarzer Engel' befasst sich musikalisch mit dem Thema Crystal Meth. Passend dazu ist der Song wieder etwas düsterer gehalten. Rockige Gitarren und die tiefe, raue Stimme von Sänger Lex werden von Elektro-Sounds unterstützt. 'Unter Strom' wird thematisch passend mit verzerrten Gitarren und gesteigertem Tempo umgesetzt. MHZ_band_01'Gegen den Wind' ist ja bereits auf "Götterdämmerung – Live At Wacken 2012" zu hören gewesen. Für mich einer der besten Songs des Albums. Für 'Hurra wir Leben noch' werden die Gitarren nochmal etwas tiefer gestimmt. Ein netter Song dessen Text-Potential (...das Leben auf Erden ist ein gemeiner Krieg...) leider musikalisch nicht ausgeschöpft wurde. Auch hier fehlt es insbesondere den Gitarren an Kraft. In dem langsamen 'Frei' sind die Zeilen „Ich bin frei, ich sprenge alle Ketten...“ zu hören. Ob hier die musikalischen Ketten der Neuen Deutschen Härte gemeint sind, können uns wohl nur MEGAHERZ selbst beantworten. Mein Fazit: "Zombieland" ist ein solides Album, dass insbesondere durch seine eingängigen Melodien und Refrains punkten kann. Wie bereits erwähnt, verlassen MEGAHERZ zum Teil das sichere Fahrwasser der Neuen Deutschen Härte und werden dadurch ein breiteres Publikum ansprechen können. Wie alteingesessene Fans auf die musikalische Entwicklung der Band reagieren, wird sich zeigen. Album-VÖ: 24.10.2014 (Photo courtesy of Napalm Records)