(New Damage Records/ Soulfood) Kanada bringt in schöner Regelmäßigkeit tolle Bands aus dem Punkrock-Genre hervor, sei es nun der mit Metal-Licks untermauerte HardCorePunk von Propagandhi, der straight forward PunkRock von The Flatliners oder der sehr partylastige PowerPop mit Punkedge wie ihn Sum41 zocken - und hier schließt sich der Kreis. Denn GOB sind fest mit Sum41 verbandelt, da Thom Thacker (Sänger und Gründungsmitglied von GOB) regelmäßig als Gast-Gitarrist aushilft. GOB waren schon vor allen anderen am Start (seit 1992) und haben wahrscheinlich nicht wenig Einfluss auf oben genannte Bands gehabt. Erst mit HardCorePunk gestartet, seit dem 2001er Album "The World According To GOB" geht es in die melodiöse Schiene. Nach sieben Jahren Funkstille wollen es die alten Herren nochmal wissen und beweisen mit "Apt.13" ein sicheres Händchen für erwachsenen PunkRock mit leisen Untertönen. Die Songs von vorliegenden Album klingen angenehm nach 90s beeinflussten EmoPunk ohne jemals anbiedernd oder beliebig zu sein. Wer die straighten Songs von z.B. Samiam oder Gameface mag, sich dazu New Found Glory vorstellen kann, kommt dem Soundgewand von "Apt.13" schon ziemlich nah. 'Radio Hell' überrascht mit einem tollen Rock`n Roll Gitarrenlauf, wobei das geübte Ohr einen klitzekleinen The Hives Rip-Off heraushört. Aber sei's drum...gute Musik, bleibt gute Musik. 'Same As It Ever Was' und 'Cold' werden mit Kusshand in jedem amerikanischen Collegeradio aufgelegt und der nächste Soundtrack-Beitrag zu einer Teenagerkomödie oder Trendsport-Videogame ist mit 'Walking Alone' und 'NIL' sicher gebucht. GOB courtesy of New Damage RecordsEin kleines Instrumental namens 'New York' lockert die Platte im Mittelteil auf und enden tut das Ganze mit einem typischen Rausschmeißer-Song namens 'Call For Tradition'- akustisch und wunderschön, aber irgendwie fast schon zu erwartungsgerecht. Es tut mir leid, dass ich ständig Vergleiche zu anderen Bands ziehen muss, aber um einzuordnen, wie abwechslungsreich das Album geworden ist, muss ich auch nochmal auf den Marcy Playground Gedächtnissong 'Standing There' aufmerksam machen. Alles schon einmal so oder besser dagewesen aber die Mischung macht's. Und in der richtigen Stimmung kann "Apt.13" einfach nur Spaß machen, ohne zu einem Jukebox Coveralbum abgestempelt zu werden. Fazit: In der Vielzahl der momentanen Veröffentlichungsflut besteht die Gefahr das "Apt.13" unterzugehen droht, allerdings würde man dann das ein oder andere Schmankerl verpassen. 3 Blitze sind mal safe, würde ich sagen. 🙂 Album-VÖ: 29.08.2014 (Photo courtesy of New Damage Records)