(Epitaph Records/Indigo) Okay, das müssen wir uns erst einmal ganz in Ruhe anhören. Die auf Epitaph unter Vertrag genommenen Post-Hardcore Menschen aus Baltimore in PIANOS BECOME THE TEETH veröffentlichten am 24.10. ihr mittlerweile drittes Studioalbum genannt "Keep You". Und dieses Mal ist alles anders. Frontmann Kyle Durfey schreit sich nicht, wie sonst gewohnt, die Kehle aus dem Hals, sondern ist ganz ruhig geworden. Die Songs sind mit einem seidenen Tuch von Clean Vocals überzogen, fast so wie es auf dem Cover vermeitlich dargestellt sein sollte. Denn dort wird dieses Tuch eben auch über Feuerrauch geweht. Man könnte das an dieser Stelle schon weiter auf die Musik interpretieren, aber ich lasse das lieber. Sind wir mal ehrlich: Das neue Album ist einfach nur schön. Und ja, auch wenn man nach "I'll Be Damned" jetzt eher mit etwas Anderem gerechnet hat, ist die neue Platte auf jeden Fall ein voller Erfolg geworden. Bereits die vorab veröffentlichte Singles 'Late Lives' & 'Repine' sollten Langzeit-Fans und Fans des grob gefassten Genres Post-Hardcore positiv überrascht haben. Den verzweifelten Beigeschmack hat die Band keinesfalls verloren, die labile Stimme des Kyle Durfey verziert weiterhin die Songs mit einem unverwechselbaren Gewand aus Emotionen und zurück gehaltener Energie. Man möge sich fast reinlegen in dieses Bett aus weichen Songs, die Gitarren sind ohne Distortion, das Schlagzeug überwiegend breit klingend und das Songwriting generell eine Stufe mehr in Richtung Entspannung geschoben. Möge jetzt hier jemand meinen, das Album sei langweilig - Nein, keineswegs! PBTT KEEP YOU PROMO 1_Credit Micah E. WoodVielleicht möchte Durfey damit abschließen mit dem, was er durchgemacht hat, der Tod seines Vaters zieht sich musikalisch seit 'Old Pride' durch die PIANOS-Musik. Während anfangs noch wütend drüber weg geschrien wurde, geht es bei diesem Album höchstens bis an die Grenze. Akzeptanz und Anerkennung der Situation, Belehrung und Fingerzeig für alle anderen: "Keep You" soll dir sagen, dass du dich zu kümmern hast. Um deine Familie, deine Freunde und deine Liebsten. Dafür lässt dir jeder einzelne Song ganz viel Zeit dazu. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie die neuen Songs inmitten der eher brachialen Bretter der Vorgänger-Alben wirkt, wenn sie zusammen mit New Native und Silver Snakes im Januar 2015 auf Europatour kommen. Dieses Album ist auf jeden Fall auf Wiederholung zu hören. Album-VÖ: 24.10.2014 (Photo by Micah E. Wood) Tracklist: 1. Ripple Water Shine 2. April 3. Lesions 4. Old Jaw 5. Repine 6. Late Lives 7. Enamor Me 8. Traces 9. The Queen 10. Say Nothing