(Graviton / Minushead Records /Rough Trade) Sänger und Gitarrist Ben Flanagan (Trophy Fire), Gitarrist Mark Engles (Dredg), und Drummer Chris Robyn (Far) kennen sich schon eine Weile. Trophy Fire spielten schon oft als Support von Dredg und Ben war zeitweise Tour-Gitarrist der selbigen. Und beide Bands waren schon diverse Male mit Far auf Tour. Doch erst ein lockerer gemeinsamer Kneipenabend brachte Ben und Mark dazu, über eine gemeinsame Band zu sinnieren. Das Ziel war schnell festgesteckt: Die härteste Musik ihres bisherigen Schaffens zu kreieren, die aber gleichzeitig immer noch eingängige Hooklines besitzen sollte. Gesagt, getan: Zusammen mit Chris gründete man somit 2013 in San Francisco BLACK MAP und schon ein Jahr später können wir dem Ergebnis der fruchtbaren Kollaboration lauschen... Der deftig drauflos rockende Opener 'Code' macht sofort deutlich, dass BLACK MAP ihr Ziel erreicht haben. Dank Bens einschmeichelnder Stimme besitzt die Musik gleichzeitig ein zarte, zerbrechliche Schönheit sowie eine aggressive Instrumentierung. 'Chinaski' legt noch eine Schippe Rotzigkeit drauf, ohne die Melodie zu vernachlässigen. Um eins vorweg zu nehmen: Alle Stücke wandeln auf dem schmalen Scheitelpunkt zwischen Härte und Harmonie. Da sich die drei Musiker lange kennen und schätzen, fügen sich die Songs homogen zusammen. Schon Song Nummer drei 'I Am Just The Driver' macht deutlich, dass die Musiker bereits auf ihren Debüt einen einprägsamen Sound kreiert haben, wozu andere Kapellen diverse Veröffentlichungen brauchen. Die Gitarren sind wahrlich eine Wand aus Verzerrung. Drums und Bass ergeben ein packend groovendes Grundgerüst, auf dem sich die eindringliche Stimme von Ben ordentlich austoben kann. Auch 'Gold' rockt, diesmal leicht Stoner Rock mäßig, mächtig drauf los. "And We Explode" ist daher ein mehr als passender Albumtitel. Das zweiteilige Titelstück strotz nur so vor Intensität und Energie. 'Eyes On The Prize' läutet die Halbzeit ein und beginnt sehr ruhig, steigert sich aber wie der Vorgänger zum Refrain hin deutlich. 'Melee' gibt dann wieder richtig Gas. Schön, das bei aller Gradlinigkeit, immer wieder geschickt Polyrhythmen eingestreut werden, die die Stücke unberechenbarer machen. Was auffällig ist, ist das fast durchweg hohe Tempo der Lieder. Es klingt fast wie ein Befreiungsschlag der Bandmitglieder, die mit ihren anderen Kapellen im Midtempo verhaftet schienen. Wobei natürlich auch hier in dieser Geschwindigkeit gespielt wird, wie das hypnotische 'Stanger' gegen Ende eindrucksvoll beweist (das wird live ein Fest!). Schön, dass der Scheibe zum Ende keineswegs die Puste ausgeht und erst das besinnliche 'And We Explode Pt II' die Platte berauschend schön ausklingen läßt!
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Photo by Jen Cash of Calibree Photography

Dass es gerade mal einen Monat von der ersten Jam-Session bis ins Studio gedauert hat, hört man der Platte an. Das druckvoll und differenziert klingende Werk wurde im Hellam Sound in Oakland aufgenommen. Mit Produzent Aaron Hellam an den Reglern spielten die drei schon ihre erste EP "Driver" ein und gingen anschließend mit Chevelle auf Tour. Es folgten Shows mit Crosses, Tombs, Pelican und Kill Devil Hill. Anfang 2014 hatten die Herren dann genügend Songs für ein Album, auf dem sie uns durchs Touren gereift ihren unverwechselbaren Bandsound präsentieren. Wenn die Band so weitermacht, werden sie nicht mehr lange der schwarze, unbekannte Punkt auf der Landkarte des Rock sein! BLACK MAP haben das Zeug dazu, ganz groß zu werden und in die Fußstapfen der Hauptbands der beteiligten Musiker zu treten! Album-VÖ: 24.10.2014 5.5-Blitz