Coldrain HamburgDie japanische Metalcore Kombo CROSSFAITH startet dieses Jahr richtig durch. Nachdem auch das aktuelle Album "Apocalyze" im Januar in Deutschland veröffentlicht wurde, spielten sie im Sommer bei Rock im Park und Rock am Ring, dem Beastfest und gaben sogar ein Headliner Konzert in Osnabrück, von dem wir ja bereits berichtet haben. Nun steht gerade die erste komplette Headliner-Tour in Europa an und wir waren am Samstag für euch im LOGO in Hamburg. Mit im Gepäck waren übrigens die Landsleute von COLDRAIN und die Briten SILENT SCREAMS. Als wir ankamen, stand bereits eine ordentliche Schlange vor dem Club, da sich der Einlass verspätet hatte. Als dann diese hinter uns noch immer länger wurde, stellten wir uns schon die Frage, wie alle Menschen ins LOGO passen sollten. Als wir dann drin waren, war es auch schon wirklich voll und die Leute quetschten sich am Merch-Stand fast zu Tode. Die Tische und Säulen tun da ja ihr übriges, dass es teilweise recht schnell ungemütlich werden kann. Auf jeden Fall schien es so gut wie ausverkauft gewesen zu sein und für meinen Geschmack, war es schon etwas zu voll. Da die Bühne ja auch nicht sehr hoch ist, war die Sicht schon ziemlich eingeschränkt. Also hieß es an diesem Abend eher mehr hören als sehen, aber ok das ist ja auch das Wichtigste. Um 20:10 Uhr kamen dann COLDRAIN auf die Bühne und innerhalb weniger Sekunden dachte man, ob nicht hier schon ein Headliner auftritt. Die Menge war sofort Feuer und Flamme für die Band und bis in die hinterste Reihe wurde mitgesprungen. Ist aber auch nicht verwunderlich, da bestimmt gut ein Drittel der anwesenden Menschen COLDRAIN-T-Shirts getragen haben. Der Sound war saftig und bei der Stimme von Masato muss man sich echt schon die Frage stellen, wie ein Mensch nur so geil und perfekt singen kann. Da steht dort ein total jung wirkender Mann auf der Bühne (eigentlich ist er schon 27) und wenn er nicht die Masse mit seinen Screams antreibt, erklingt klarer Gesang der höchsten Qualitätsstufe. Da war es echt mehr als schade, dass nach 7 Songs und gerade mal 30 Minuten die Band unter tosendem Applaus die Bühne verlassen musste. Silent Screams HamburgNach 20 Minuten Umbaupause dann erstmal Verwunderung bei SILENT SCREAMS. Joel Heywood war krank und musste kurzfristig durch einen anderen Sänger ersetzt werden. Und zwar gab sich Mert von der deutschen Deathcore Band The Green River Burial die Ehre. So hatten sie es zu Anfang auch relativ schwer, das Publikum für sich zu begeistern. Hier und da mal ein paar Fäuste in der Luft und das war es auch schon. War aber auch verständlich, denn so wirklich packen konnte einen der Auftritt nicht. Der Ersatzsänger vermochte einfach nicht die entstandene Lücke zu schließen. Zwar wurde die Stimmung dann noch besser und auch hier entstand mal der ein oder andere Moshpit, aber insgesamt weiß wirklich jeder, dass das die falsche Reihenfolge war. Als Opener hätten sie gut gepasst und COLDRAIN hätten lieber als zweites spielen sollen. Die Pause bevor CROSSFAITH loslegen sollten, zog sich dann noch eine ganze Ecke länger hin. Allerdings hatten die Jungs eine gute Idee parat. Nach einer gewissen Zeit kam Terufumi auf die Bühne und baute schon mal sein Notebook auf. Er starte darauf einen Track und es ertönte eine Frauenstimme, die einen zur Apocalyze Now-Tour begrüßte und verkündete, es seien nun noch 20 Minuten bevor es losgehen würde und man bis dahin einfach tanzen solle. Nun ertönte also bis zum Start die volle Dröhnung "Utz-Utz-Techno". Das passte erstaunlicherweise ziemlich gut und ließ die doch recht lange Wartezeit etwas schneller vergehen.Crossfaith Hamburg Um 22:05 Uhr stürmten sie dann die Bühne, auch mit einem Ersatzgitarristen, da Kazuki ja noch unter einer länger anhaltenden RSI-Krankheit (auch genannt Tennisarm) leidet. Das tat dem Spaß aber keinen Abbruch und als Ken beim ersten Song 'We Are The Future' einen Circlepit sehen wollte, hat er diesen auch ohne zu zögern erhalten. Die Stimmung war wirklich herausragend und bei jedem Lied gab es grundsätzlich einen ziemlichen großen Pit oder sogar eine Wall of Death. Die Auswahl bestand dabei ausschließlich aus Tracks von dem Album "Apocalyze", der vorrangegangen EP "Zion", der neuen Single 'Madness' und dem Prodigy-Cover 'Omen'. Nach gut 50 Minuten verließen sie dann die Fans erstmals. Allerdings kamen  Terufumi und Tatsuya schnell wieder auf die Bühne und boten ein gemixtes Drum und DJ-Solo dar. Man kann sich das in etwa so vorstellen, es wird wieder Techno gespielt und dazu gibt es noch fette Drumbeats. Nach und nach kam dann die komplette Band wieder und Ken stachelte alle zum Tanzen an. Dieses Soli ging dann fließend in den CROSSFAITH-Gassenhauer schlechthin ('Monolith') über. Darauf folgte noch das bereits erwähnte 'Omen'-Cover und 'Leviathan' bildete dann den Schlusspunkt, bevor nach gut 70 Minuten auch die letzte Band des Abends sich in den verdienten Feierabend verabschiedete. Nach dem Konzert standen natürlich noch alle Bands für Autogramme und Fotos parat, wovon auch ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. So war es wirklich ein sehr gelungener Abend, nur das nächste Mal dürfte es gerne in einer größeren Location stattfinden. Und gegen eine Headlinertour von COLDRAIN hätte ich auch nichts einzuwenden, waren sie doch für mich noch vor CROSSFAITH das Highlight des Abends. (Photos by Pierre Heinemann)