(Spinefarm Records) KROKODIL setzen sich aus Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Bands Cry For Silence, Hexes, SikTh und Gallows zusammen. Besonderer Augenmerk der Öffentlichkeit lag dabei in den letzten Wochen auf dem Bassisten Alessandro Venturella, der ja derzeit auch den Vierseiter bei Slipknot zupfen soll. Da kann man nur hoffen, dass sich die Verbindung zu Slipknot nicht negativ auf die Band auswirkt und KROKODIL dabei die Beachtung bekommen, die sie verdienen. Beschwerlich windend und kratzend bewegt sich "Nachash" durch die Gehörgänge und hinterlässt ein bedrückendes, unbequemes Gefühl. Nein, der aktuelle Longplayer von KROKODIL ist wahrlich keine leichte Kost. Aufgrund der pessimistischen Grundstimmung des Silberlings dürfte "Nachash" wohl auch kaum auf einer vergnüglichen Party zu hören sein. Das, was die Band musikalisch hinterlässt, ist nur schwer in eine Schublade zu stecken. KROKODIL bewegen sich zwischen Sludge, Mathcore und Progressive Metal und formen dabei wahre Groove-Monster. Verschachtelte Songstrukturen machen es dem Hörer am Anfang nicht leicht. Jeder Song hört sich irgendwie anders an. Aus diesen Gründen verlangt "Nachash" volle Aufmerksamkeit. Hat man sich jedoch erst einmal eingehört, entfaltet das Album seine ganzen Qualitäten. Diese stellen KROKODIL auch gleich mit 'Shatter', dem Opener des Albums, unter Beweis. Und auch 'Dead Man's Path' ist nicht von schlechten Eltern und brettert gut los. Wenn man genauer hinhört, lassen sich in manchen Songs auch einige Hardcore-Anleihen finden. Das es KROKODIL auch langsamer angehen lassen können, beweisen sie mit 'The Collapse' und 'Sun Riders'. Mit dem teilweise cleanen Gesang und den verarbeiteten Melodien entwickeln beide Songs eine enorme Tiefe. Diese geht soweit, dass es zum instrumentellen und stimmlichen Ausbruch kommt. Da müssen sich über lange Zeit Emotionen angestaut haben, die nun herausplatzen und sich ihre Bahn suchen. Einfach grandios, wie KROKODIL das musikalisch umsetzen. Tiefgestimmten und rotzigen Gitarrensound sucht man in dem rein instrumentellen 'Ragnarock' vergeblich. Hier bestimmen akustische Gitarren und ein unheimlicher Background, der an die Orgel einer Friedhofskapelle erinnert, die Melodie. Das Stück wirkt sehr nachdenklich und resigniert. Krokodil. 2014. Photo by Tina Korhonen ©Neben den musikalischen Qualität kann auch die Produktion von "Nachash" überzeugen. Die kratzigen, extrem schmutzig klingenden Gitarren verbinden sich mit einem satten Bass, dem leicht dominaten Schlagzeug und dem kreischenden Geschrei von Simon Wright. So wird ein ganz eigener, unverkennbarer Sound geschaffen, der ein ganz besonderes Feeling transportiert. Mein Fazit: Wow! Konnte ich zuvor mit Sludge oder Ähnlichem nicht so viel anfangen, haben mich KROKODIL mit "Nachash" voll in ihren Bann gezogen. Ähnlich wie bei der gleichnamigen Droge kommt man nach einmaligen Konsum nicht mehr von KROKODIL los. Und das schlimme ist, je häufiger man es konsumiert, desto besser wird es... Album-VÖ: 14.11.2014 (Photo by Tina Korhonen ©)