(Peaceville Records) Das Geheimrezept der Band BLOODBATH ist wohl, dass sie sich zum einen nur dann melden, wenn sie etwas zu vermelden haben, dass man sich dann aber auch immer darauf verlassen kann, dass das All-Star-Projekt (u.a. Katatonia, Opeth, jetzt Paradise Lost) großartige Neuigkeiten haben. Der Austritt von Mikael Akerfeld (Opeth) war sicherlich keine sonderlich gute Nachricht, aber auch das haben sie schon einmal bravourös gemeistert. Und der neue Mann am Mikro ist niemand geringeres als Nick Holmes von Paradise Lost. Was der noch so aus seinem Zwerchfell pressen kann, ist überraschend gut. Abgesehen vom neuen Sänger, der seinen ganz eigenen Stil hat, sich dabei aber perfekt in die Songstrukturen einfindet, ist bei BLOODBATH alles beim Alten geblieben. Ein Wechselspiel aus schnellen Nummern und langsamen Walzen, mit einem unglaublich fetten Sound ausgestattet, der den Genre-typischen schwedischen Deathmetal so markant macht. Songs wie 'Anne' malträtieren schon von CD die Nackenwirbel auf das Ärgste, sodass man sich lieber nicht vorstellen mag, wie solch ein Kracher wohl live wirkt. Aber auch treibende Nummern wie der Opener 'Let The Stillborn Come To Me' oder 'Famine Of God's Words' lassen eigentlich keinerlei Wünsche offen, die ein Deathmetal-Fan haben könnte. Ester SegarraNach 25 Jahren Growl-Abstinenz zeigt Nick Holmes eindringlich, dass er weder etwas verlernt hat, sondern vielmehr, dass er mit der Zeit eher noch gereift ist. Ein wenig kehlig-krächzend mag das vielleicht stellenweise wirken, aber ich denke, dass dies absolut bewusst so getätigt wurde, um sich vom üblichen Einheitsbrei abzuheben. Das, was die Band parallel dazu melodisch abfeuert, könnte genauso aus der Hoch-Zeit des schwedischen Deathmetals Mitte der Neunziger geschrieben worden sein. BLOODBATH schieben sich mit ''Grand Morbid Funeral'' locker in die Top 10-Alben des Jahres, und wenn jetzt nicht noch ein kleines Wunder geschieht (zum Beispiel ein neues Edge Of Sanity-Album von Dan Swanö), dann dürfte diese Scheibe zumindest in Deathmetal-Kreisen auch das Album des Jahres werden. Vorschusslorbeeren hin oder her: was die Jungs hier abliefern, ist schlicht und ergreifend Spitzenklasse und so weit ab von Begriffen wie „Trend“ oder „modern“, dass man einfach eine Gänsehaut bekommen könnte. Respekt, da beweist sich wieder: auf alten Schiffen lernt man segeln! Album-VÖ: 19.11.2014 (Photo by Ester Segarra)