(Bridge Nine/Soulfood) Die zornigen Italiener von HIEROPHANT sind zurück und hauen ihren zweiten Longplayer auf Bridge9 raus. Die Jungs haben's eilig, nicht nur in den Songs, denn seit "Great Mother: Holy Monster" sind gerade mal 1,5 Jahre vergangen. Die relativ kurze Zeit hat man aber allen Anschein effizient genutzt. Nicht nur um zehn neue Gemeinheiten zu schreiben und auf Tonträger zu bannen, sondern auch, um sich live den Arsch abzuspielen. Im Großen und Ganzen schlägt "Peste" in die gleiche Kerbe wie der Vorgänger. Ein fieser, knarziger Gitarren- und Bass Sound, brutal treibende Beats, Gesang irgendwo zwischen Deathmetal und Crustcore und die entsprechend fette Produktion. Das ganze um Songs gewickelt, die nur ganz selten die 2-Minuten-Schallmauer durchbrechen und kaum Zeit zum Luftholen lassen. Leider liegt mir wieder kein Booklet mit Texten vor, denn wie auch beim ersten Album scheint den Songs ein roter Faden zugrunde zu liegen. Diesmal keine “Söhne von…” sondern italienische Titel, die allesamt für Unarten und unschöne Sachen stehen ('Masochismo', 'Paranoia', 'Apatia'). Tatsächlich ist "Peste" aber sogar noch eine Steigerung. Der Crust-Faktor wurde zugunsten einer etwas stärkeren Metal-Kante zurückgefahren. Man könnte auch sagen: weniger Tragedy, mehr Nails. Das steht HIEROPHANT gut zu Gesicht. Auch ist der Mix besser und der Gesang klingt nicht wieder wie im Nebenraum aufgenommen. Das Songwriting ist noch direkter, aber auch ausgereifter, was man an den perfekt sitzenden übelst harten Breaks merkt. Den Abschluss bildet das mit fast 5 Minuten schon fast epische 'Inferno', das dem Namen alle Ehre macht. Ein kriechendes, schleichendes, alles zermalmendes Monster - einfach nur schön. Also, Fans der oben genannten Nails sollten unbedingt reinhören, Crust-Fans, die auch mal 'ne gute Produktion mögen, sowieso. HIEROPHANT sind auch Ende 2014 eine richtig gute Mischung aus Crustcore, Hardcore und Schweden-Deathmetal - und jeweils in der härtesten Form. Album-VÖ: 28.11.2014