(Sony Music) Sechs Jahre sind ins Land gegangen seit dem letzten Millionen Seller von AC/DC. Das grundsolide "Black Ice" bekommt mit "Rock Or Bust" einen mit Spannung erwarteten Nachfolger. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass man bald wieder mehr über die Musik der Australier redet, als über die ganzen Negativschlagzeilen der letzten Wochen. Bereits der Titeltrack macht nach dem ersten Akkord unmissverständlich klar, hier haben wir die neue AC/DC-Scheibe vorliegen. Ein unverkennbares Riff, welches den Song in die Sphären der ganz großen Bandklassiker hebt. „Hey yeah / Are you ready / We be a guitar band / We play across the land / Shootin' out tonight / Gonna keep you up alright / You hear the guitar sound /Playin' nice and loud / Rock you to your knees / Gonna make your destiny“ - lyrisch bleibt es also gewohnt banal, doch Sound und Status der Band entziehen sich ohnehin jeglicher herkömmlicher Kritik. Der zweite Track 'Play Ball' nimmt etwas Tempo raus ist aber bereits omnipräsent als Trailermusik der Postseason Campaign der US MLB und dürfte sich somit jedem Sportfan in Amerika sowieso bereits ins Hirn gebrannt haben. Aber auch dieser Song ist alles andere als schlecht. Aber wer Innovationen erwartet, der greift sowieso nicht zu einer AC/DC-Platte. Und somit reiht sich ein drei Minuten Rocker an den nächsten und am Ende sind 35 Minuten wieder einmal schneller vergangen, als einem lieb ist. Denn auch wenn die Songmuster simpel gestrickt sind, primitiv sind sie auf keinen Fall. Vermutlich auch weil Gründungsmitglied Malcolm Young immer noch seine Finger im Spiel hatte, als es um das Songschreiben ging. „Er hat so lange weitergemacht, wie er konnte – in seinem Zustand“, erzählt sein Bruder Angus. Inzwischen hat sich der Gesundheitszustand des Bandmotors Malcolm allerdings soweit verschlechtert, dass eine Rückkehr zur Band ausgeschlossen scheint. Für die anstehende Welttournee hat man mit Stevie Young bereits Ersatz in der eigenen Familie gefunden. AC:DC 2014 courtesy of Sony MusicKönig der Band bleibt weiterhin Angus Young, dessen Gitarrenspiel verlässlich jeden noch so mittelmäßigen Song aus der Bedeutungslosigkeit hebt. Diese unnachahmlichen Gitarrensolis, welche er mit seiner Gibson SG abfeuert, lassen echte Hardrocker immer noch feucht im Schritt werden. Da stören einen die immer wiederkehrenden Songmuster kaum. Erst ein paar Powerchords, dann folgt der simple Beat, die Stimme Johnsons setzt ein und nach 50 Sekunden bekommt man einen Refrain, den man auch nach zehn Dosen Fosters noch fehlerfrei auf die Reihe bekommen kann. Und dann darf wieder Angus ran... So erstreckt sich dieses Erfolgsformel über elf Tracks, die das Rad nicht neu erfinden, aber allesamt Gute Laune machen. Album-VÖ: 28.11.2014 (Photo by James Minchin)