(Redfield Records) Metalcore ist wohl mit Abstand das am meisten angegriffene Genre, das im Bereich Metal existiert. Weinerliche Autotune-Gesangspassagen, ein Überfluss an generischen Breakdowns und Electro-Dance-Brostep-Einflüsse sind hierbei die häufigsten Kritikpunkte. Das Genre sei schon längst übersättigt, ideenlos und demnach todeslangweilig. Das am 1. Dezember 2014 unter Redfield Records erschienene Debut-Record "The World In Your Way" von MIREAU hat aus drei Gründen dennoch mein Interesse geweckt. Zum Einen scheint der Bandname an das Französische angelehnt und ließ auf musikalische Kreativität hindeuten. Zum Anderen ist auch das Herkunftsland der Band mit Nordirland etwas, das ich bisher noch nicht gesehen habe. Letztendlich machte mich auch die Produktion durch Cameron Mizell neugierig, der z.B. mit den Debuts von Woe, Is Me oder Of Machines schon so manche Perle vorweisen konnte. Nach vielen Spins darf man zu folgender Erkenntnis kommen: "The World In Your Way" ist für das, was es gerne darstellen möchte, gar nicht mal so schlecht. Natürlich hat es meine hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Nichtsdestotrotz ist es ein interessanter Effort, auf dem sich zukünftig aufbauen lässt. Um dann eventuell mit den großen Bands im Genre mitspielen zu können, müssten jedoch einige Veränderungen her. Cameron Mizell hat es leider erneut geschafft, die Snare viel zu laut und die Gitarren zu leise klingen zu lassen. Joey Sturgis und Kris Crummett stellen schon seit Jahren bessere Alternativen in ähnlichen Genres dar. Das Songwriting müsste definitiv verbessert werden, da einige Songs einen eigenartigen Flow haben. Bestes Beispiel ist der gewissermaßen beste Song auf dem Album 'No Light For You', dessen Übergang vom Breakdown in der Bridge hinüber zum letzten Refrain sehr strange ist. 'Weekend Of Filth' ist wirklich sehr catchy und der schnelle Part mit geilem Riff nach anfänglichem Breakdown macht wahrlich Laune. 'The World In You Way', bei dem Matty Mullins von Memphis May Fire ins Boot geholt wurde, 'Common Ground', 'You Don't Know Me' und 'Down & Out' sind allesamt mit eingänglichen Gitarrenleads bestückt und machen teilweise echt Spaß. Vor allem letzteres gehört dabei zu den besten Tracks des Gesamtwerks. Mireau courtesy of Redfield RecordsJe öfter man das Ganze durch die Lautsprecher dröhnen lässt, desto mehr Spaß macht es trotz vieler Bassdrops und Open Chords. Letztendlich darf man nämlich wie angedeutet eins nicht vergessen: Jeder Output wird eine Interpretation dessen sein, was jegliche Vorgänger, die sich im selben Genre bewegen, bereits von anderen interpretiert haben. Eine Radneuerfindung ist nicht möglich. Man kann dennoch verschiedene Arten von Felgen herstellen. Deshalb sollten die Künstler das Bestmögliche und Kreativste herausholen. MIREAU haben ihre Sache ohne Zweifel ordentlich abgeliefert. Beim nächsten Mal jedoch bitte zu Kris Crummett gehen, vielen Dank! Album-VÖ: 01.12.2014 (Photo courtesy of Redfield Records)