(BMG / Rough Trade) Vermutlich muss man einfach mal damit aufhören, neue SMASHING PUMPKINS-Platten im Kontext der früheren Meisterwerke zu betrachten. "Monuments To An Elegy" ist nämlich, trotz aller Unkenrufe der hiesigen Musikpresse, ein durchaus solides Popalbum geworden. Was verbindet man als Mitte 30-jähriger nicht alles mit den PUMPKINS. Die Band aus Chicago lieferte den Emo-Rock-Soundtrack für die eigene Jugend. Erste Dates, erste Küsse, erste Parties, erster Liebeskummer, das erste Mal die Hand unter den Pulli seiner Angebeteten schieben (Was? Ferkel! 🙂 - Zosse) – im Regelfall lief Billy Corgan mit seiner Truppe aus Chicago im Hintergrund. Im Jahr 2000 war dann erst einmal Schluss mit den PUMPKINS. Die fünfjährige Auszeit der Band hat dem Projekt ebenso wenig gut getan, wie meiner musikalischen Beziehung zu den SMASHING PUMPKINS. Alles was nach 2005 veröffentlicht wurde, wollte nicht so richtig zünden. Inzwischen haben wir 2014 und die SMASHING PUMPKINS befinden sich laut Aussage von Mastermind Billy Corgan in einem Songzyklus namens Teargarden By Kaleidyscope, einer Sammlung von Songs welche sich das Thema Tarot, insbesondere die Karte des Narren, auf die Fahne geschrieben haben. "Monuments To An Elegy" gehört zum letzten Drittel dieses Projektes. Der Plan ist, dass das nächste Album, "Day For Night", das Projekt bereits 2015 abschließt. SMASHING PUMPKINS by Paul Elledge Doch blicken wir zunächst ins Hier und Jetzt. Mit knapp einer halben Stunde Spielzeit, dürfte "Monuments To An Elegy" das kürzeste PUMPKINS-Album alle Zeiten geworden sein. Und nicht nur das, so kompakt und auf den Punkt hat man die Band schon lange nicht mehr erlebt. Das Pop-Gewand ohne große Gesten steht den jetzigen Mannen um Billy Corgan erstaunlich gut. Der Opener 'Tiberius', die Vorab-Single 'Being Beige' oder die beiden etwas druckvoller daherkommenden 'Drum + Fife' und 'Anti-Hero' sind wirklich klasse Songs. Über allem steht mit 'One And All' der wohl beste SMASHING PUMPKINS-Song seit der Reunion. Er klingt nach den Helden der 90er, ist jedoch auch kein billiger Aufguss alter Songideen. Den Vorwurf der Beliebigkeit oder das immer wieder Austreten eines bereits beschrittenen Hit-Pfades kann man den SMASHING PUMPKINS ohnehin nicht vorwerfen. Zweimal dieselbe Platte hat Corgan noch nie aufgenommen und bei seiner Person wird man das wohl auch nicht erwarten können. Und auch die vielerorts aufkommende Kritik am Mix der Platte (Corgans Stimme steht zu sehr im Vordergrund), kann ich nach den ersten Hördurchgängen nicht nachvollziehen. In meinem Kopf sind vor allem ein knackiger Gitarren-Sound und einige Synthie-Melodien hängen geblieben. Bei all dem Licht findet sich leider auch etwas Schatten auf dem neuen Longplayer. Was den guten Billy bei 'Run 2 Me' geritten hat, wird wohl niemand verstehen und auch 'Anaise' und 'Monuments' fallen leider etwas ab. Wenn das bereits nächste Jahr erscheinende "Day For Night" ebenso viele gute Songs abwirft, darf man zufrieden sein, muss sich jedoch wie so oft bei Doppel-Releases fragen, ob da eine kompakte Zusammenstellung der Highlights nicht zielführender wäre. Album-VÖ: 05.12.2014 (Photo by Paul Elledge)